Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 15)
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125 Wenn ihr die Thora zu Katar und Geschichte nicht reden lasset: wie könnt ihr euch wandern, daß umgekehrt Katar und Geschichte als Zeugen wider die Thora aufstehen. Die zahllosen Benjamins des Westens und namentlich des Ostens bilden bis in unsere gegenwärtigste Gegenwart die traurigen Denkmäler einer für Natur und Geschichte verstummten Thora. — Natur und Geschichte sind vor hundert Jahren wider die Thora aufgestanden. Selber des Zusammenhangs mit Natur und Geschichte beraubt, standen die Führer der unbekannten, der furchtbar fremden Sturmflut in zitternder Hilflosigkeit gegenüber. Wohl kannten sie alle die Regeln der Schwimmkunst. Aber sie hatten noch nie geschwommen. Aber sie wußten nicht, daß diese Sturmflut eben das Element sei, auf das die Regeln der Schwimmkunst sich erstrecken. — Unser großer Lehrer hat es, als Erster, gewagt. Im Vertrauen auf die Regeln der Schwimmkunst ist er, als Erster, in die Flut gesprungen, und siehe, sie zerteilte sich ihm, und siehe, sie erwies sich ihm als das eigentliche Element dieser Regeln, und siehe, selber trug sie ihn gehorsam zum vorbedachten Ziel. — Die Sturmflut wächst und steigt. Längst schon umspült sie den Osten. Längst schon wütet sie im neuen Erez Jisroel. Wann kommt die Zeit, da das thoratreue Judentum nach den Schwimmregeln der Thora in den Fluten der Natur und der Geschichte, ihm gleich, zu schwimmen versteht? — VII. Sie wird kommen, diese Zeit! Einen mächtigen Bundesgenossen hat Rabb. Hirsch: es ist die Zeit selber, wie Gott sie gestaltet. ״Es wird anders werden in Jißroel: dazu führt unabweisbar unsere Zeit“. Vor hundert Jahren ist dieses Wort gesprochen worden. Wir Heutigen wissen, daß der Einbruch von Natur und Geschichte in die jüdische Gasse, wie Rabb. Hirsch ihn erlebte, keine Episode und noch weniger ein lediglich deutsch-jüdisches Ereignis war. Wir Heutigen wissen, daß das Volk der Thora aus jahrhuudertelanger Isolierung mit immer noch wachsender Gewalt in Natur und Geschichte hineingerissen wird, daß das Volk der Thora aus tausend Wunden blutet, die ihm die eignen Söhne mit Waffen schlagen, die sie dem Arsenal der Natur und Geschichte entnehmen, daß die soziale Frage letzten Endes eine Frage von Natur und Geschichte zugleich, bei uns wie im Osten immer drängender das Volk der Thora umstellt, daß vor allem im neuen Erez Jisroel der Dreiklang