Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 16)
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der Problematik der 19״ Briefe“ mit beispielloser Eindringlichkeit erschallt. Die Zeit selber ist es, die das Judentum dem Leben, das Leben dem Judentum entgegentreibt. Nach Erez Jisroel schaut das Volk der Thora mit Augen der Sehnsucht. Wäre die Thora nicht eine Thora des in Natur und Geschichte sich entfaltenden Lebens: wozu bedürfte sie eines Landes der Diesseitigkeit? Waj-d ihr nicht Erez Jisroel zugewiesen, auf daß dort das Volk der Thora die synthetische Einheit von Thora und Natur und Geschichte in vollendeter Hemmungslosigkeit gestalte und verwirkliche? Ist daher nicht die Zeit, in der wir uns nun schon seit hundert Jahren befinden, mit all ihrer Bedrängnis, mit all ihrer Thora und Natur und Geschichte immer wuchtiger konfrontierenden Triebkraft, die wahre Vorbereitung für die grandiose Aufgabe, die unser im kominenden Erez Jisroel harrt? Lasset uns den Mut nicht verlieren! Noch stehen wir erst am Anfang der Entwicklung! Noch hat die Stimme Rabb. Hirschs den Osten nicht genügend erreicht! Lassen wir uns nicht beirren! Der Weg, den uns Rabb. Hirsch gewiesen, der Weg zu einem inmitten von Natur und Geschichte sich selbst begreifenden Juden־ tum, wird der Weg des ganzen thoratreuen Volkes werden! Wir deutsch-jüdischen Thoratreuen sind nicht abgesplittert vom Kern des thoratreuen Volkes: in all unserer Unzulänglichkeit, in all unserer Besserungswürdigkeit ist es uns dennoch beschieden, mit der Schitta Rabb. Hirschs dem thoratreuen Volk voranzugehen. Leihen wir unser Ohr nicht denen, die uns glauben machen wollen, die Schitta Rabb. Hirschs habe nur episodenhafte, nur augenblicksbedingte Geltung gehabt. Hören wir auf ihn selber, der seiner Schitta von der Thora als Thora des inmitten von Natur und Geschichte sich entfaltenden Lebens Ewigkeitsgeltung zusprach. Die deutschen Ereignisse führen unsere Jugend nicht aus dem Leben in die Isolierung des Beth-Hamidrosch oder überhimmlischer Welten zurück, sondern treiben sie erst recht, wohin immer sie den wandernden Fuß setzen wird, ins Leben hinein, wo die Ge־ walten von Natur und Geschichte sehnsüchtig darauf warten, nach den Regeln der Thora von wissenden und verstehenden Männern der Thora und des Lebens zugleich mit Kraft und Geist gebändigt zu werden. Und wer weiß, ob nicht die Vorsehung Gottes uns deshalb in die Welt gestreut, uns deshalb namentlich nach Erez Jisroel drängt, auf daß, wo immer wir uns niederlassen, dem thoratreuen Volk ein Pionier der Schitta Rabb. Hirschs entstehe, der sich und seinen Brüdern die von Gott gewollte Harmonie