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Nahalat tsevi · 1936-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1936) · p. Seite 123

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 4-6 (Januar 1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 123 (sequence 13)
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123 eignen Persönlichkeit und jeder ihrer Pflichttaten die Pracht Gottes hinzutun. Nahm der Ghettojude nach all den Jahrhunderten zum ersten Male nur ein Bruchstück von der Größe der Leistung wahr, die die Völker der Erde in geschichtlicher Entwicklung auf dem Gebiete der Erdbeherrschung oder der geistigen und seelischen Selbstoffenbarung geliefert, und überkam ihn hierbei ein Gefühl unwillkürlicher Bewunderung, so mochte er solches Gefühl wie einen ersten Schritt aus dem Judentum heraus erachten, des wirklich lebendigen Bewußtseins unteilhaftig, daß Gott seiner Weisheit ein Stück ja allen Menschen gesandt und daß der Geist, der diese Leistung vollbracht, der nämliche Geist sei, an den der Schöpfer seine Thora entsandt hat, auf daß das jüdische Volk mit dieser Thora und jenem Geist das Wunderwerk des Baues von Menschenhäusern und Menschenstaaten errichte. Die Entdeckung der Natur und Geschichte fürs Judentum, die Entdeckung des in Natur und Geschichte sich vollziehenden Menschenlebens fürs Judentum, auf daß die Natur mit davidischem Auge geschaut, die Geschichte mit jesajanischem Geist begriffen und die also gewonnene Auffassung und der also gewonnene Begriff, aus der Thora geschöpft und auf die Mizwoth angewandt, im individuellen, sozialen und nationalen Leben wirklich gelebt werde: das ist die Großtat der 19״ Briefe“, das ist der Sinn der Forderung nach einem ״sich selbst begreifenden Judentum“, deren Verwirklichung nach der eignen Aussage des Verfassers an einer anderen Stelle nicht schon die Urenkel, sondern erst die Jahrhunderte entgegenreifen. Geht nicht Gott selbst in seiner den jüdischen Weg weisenden Thora genau so vor? Warum fängt die Thora nicht sofort mit dem ersten Nationalgesetz der Mondesheiligung an? Warum lehrt uns die Thora erst Welt und Natur der Schöpfung Gottes kennen und führt uns selbst den unfaßbaren Schöpfungsmechanismus der zehn Schöpfungsworte vor? Warum schlägt sie uns zuvor ״das Buch der Entwicklungen Adams“ auf und offenbart uns das Wesen der Geschichte als zweiter Tatoffenbarung Gottes, im engsten Zusammenhang stehend mit Gottes Wortoffenbarung, mit Gottes Thora, und zeigt uns den Irrweg der Söhne Adams und der Söhne Noachs, der erst die dritte Tatoffenbarung Gottes, das jüdische Volk, zu einer Notwendigkeit der Menschengeschichte und der Schöpfungsgeschichte macht? Warum läßt sie uns genauesten Einblick in Jacobs Volkswerdung gewinnen und enthüllt sie uns das Geheimnis des Räderwerkes des göttlichen Geschichtsmechanismus? Sind es nicht allenthalben Natur und Geschichte und der Mensch und die

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