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Nahalat tsevi · 1935-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1935) · p. Seite 85

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1935)
Date
1935-10-01
Page
Seite 85 (sequence 87)
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Israels und des Kiddusch Haschern. Das ist der zentrale Punkt, die Achse unserer Geschichte. Wenn Ihr den Gott Israels aus der Seele des Volkes reißt, habt Ihr nicht nur keine Religion, sondern auch keine Geschichte mehr und keinen Zusammenhang von Land zu Land, von Erez Jisrael zur Galuth. Kein Wunder, wenn der Zionismus, selbst auf dem Gebiete der Geschichte, nichts Neues schuf, — es fehlte ihm eben der Schlüssel zum Geiste der Geschichte. Man sprach hier von Achad Haam, man vergaß aber, daß Aehad Haam sagte: ״Mehr als die Kinder Israels den Sabbath hüteten, hütete der Sabbath die Kinder Israels“. Doch das ist bestimmt nicht die Meinung des Herrn Grünbaum. Bei ihm gehört auch die Entweihung des Sabbath zur Kultur. Er schämte sich nicht einmal zu schreiben, daß es ebenso wie unter den Orthodoxen auch unter den Freisinnigen Heilige und Gläubige gebe, und fügte hinzu: ״Euch ist die Heilighaltung des Sabbath heilig, uns seine Entweihung“. (Pfuirufe beim Misrachi.) Das ist die Frucht Eurer Kultur. Bialik und Achad Haam, Zöglinge des Beth Hamidrasch, sahen noch das Licht, das die Thora und das traditionelle Judentum ausströmte. Die heutige Kultur hat nicht den mindesten Zusammenhang mit unserer Tradition und unserer Seele. Ihr treibt den Gott Israels aus der Mitte Israels. Das ist die Antwort auf die Frage, warum der Zionismus keine neuen Werte geschaffen hat, wenigstens auf dem Gebiete der Geschichte. Ganz einfach deshalb, weil er kein Verständnis für unsere Geschichte hat. Ohne unser hohes Ideal haben wir keine Geschichte, sind wir nur ein verfolgtes Objekt, aber kein lebendes Volk. Mit einem Wort, ohne den Gott Israels gibt es auch keine Geschichte Israels.“ Herr Rabbiner Amiel wird jetzt in seinem neuen Amte Gelegenheit haben, die Gedankengänge zu verwirklichen, die er hier zum Ausdruck bringt, und ebenso diejenigen, die er in seiner außerordentlich lesenswerten Schrift über die ideologische Grundläge des ״Misrachi“ ausführt. Er wird sicherlich bei seiner Tätigkeit erkennen, wie berechtigt seine dort ausgesprochene Meinung ist, daß, wenn es keine Agudas Jisroel gäbe, der Misrachi eine solche gründen müßte, damit der Kampf gegen die Säkularisierung einen stärkeren Rückhalt habe.

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