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Nahalat tsevi · 1935-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1935) · p. Seite 81

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1935)
Date
1935-10-01
Page
Seite 81 (sequence 83)
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ftt der Pflanzen- und Tierwelt jeweils das Wort ״nach seiner Art“ oder ״nach ihren Arten“ beigefügt ist, daß aber bei der Er- Schaffung des Menschen dieser Zusatz fehlt. Das hat seinen tiefen Sinn, denn es besagt, daß die Menschen einheitlich — und zwar im Ebenbilde Gottes — geschaffen wurden, nicht wie die Pflanzen und Tiere nach Arten oder Rassen. Und dieser Charakter ist bleibend und unzerstörbar, an ihm erweist sich die ״Rasse“ als sekundäres Merkmal. Bedeutsam aber ist bei der Schöpfung des Menschen, daß die Worte ״im Bilde Gottes schuf er ihn“ unmittelbar und in Abhebung von Pflanzen und Tieren durch den Zusatz erweitert werden: ״männlich, weiblich schuf er sie“. Diese Erschaffung des Menschen in der wesenhaften Zweisamkeit wird dann in der Paradieseserzählung wieder aufgenommen und näher ausgeführt. Damit ist aber in aller Deutlichkeit gesagt, daß ״der Mensch“ als ein Paar, als Mann und Weib, erschaffen wurde und daß die Ebenbildlichkeit sich auch auf diese Verbundenheit erstreckt. Gegenüber den Arten bei Pflanzen und Tieren wird also beim Menschen das ״männlich“, ״weiblich“ hervorgehoben, aber eben nicht primär im biologischen Sinne der Paarung, sondern als die in die Ebenbildlichkeit einbezogene ursprüngliche Verbundenheit von Mann und Weib: als Ehe, die somit Schöpfungs- Ordnung ist und deren sittlicher Charakter (2, 23) durch das freie Ja der Erwählung, mit dem Adam sich dem Weibe verbindet, bestätigt wird. So gilt denn auch der Segen Gottes, der der Erschaffung sofort nachfolgt, nicht dem einzelnen Menschen, sondern dem Menschenpaar: ״Und Gott segnete sie“. Und ihnen gemeinsam wird der Auftrag und die Vollmacht gegeben: ״Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und unterwerfet sie euch und herrschet über die Fische des Meeres und über die Vogelwelt des Himmels und über die ganze Tierwelt, die sich auf Erden regt“. Kein Wort also von Minderstellung der Frau: sie ist dem Manne ״eine Hilfe ihm zuseiten“ (Gen. 2), gleicherweise der Ebenbildlichkeit teilhaftig, gemeinsam mit dem Manne zur Herrschaft über die Erde ermächtigt. Ein Licht fällt auf diese Zweisamkeit des Menschen und die Gleichartigkeit des Ursprungs des Menschengeschlechtes von der göttlichen Namengebung her. Am Tage ihrer Erschaffung — so berichtet Genesis 5, 2 — rief Gott den Namen der Menschen, er rief ihn ״Mensch“. Den Menschen allein gab Gott selbst einen Namen, und dieser Name lautete nicht Adam, nicht Eva, son-

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