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Nahalat tsevi · 1935-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1935) · p. Seite 73

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1935)
Date
1935-10-01
Page
Seite 73 (sequence 75)
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15 dieser Grund mit bei der gesetzlichen Festlegung der Miscbnah (Chagiga, 11, b: אין דורשין וכר אלא אם כן היה חכם ומבין מדעתו• Ohne in eine Prüfung der von Dr. Ascher in der Pädagogischen Beilage zum Israelit (1935, No. 43) berührten Frage, ob es על פי דין erlaubt sei, חכמת הנסתר in eine חכמת הנגלה zu verwandein, eingehen zu wollen, denn diesbezüglich weist schon Dr. P. Kohn in seinem dem neuen Buche Dr. Munks vorausgeschickten Geleitworte darauf hin, daß schon zufolge des Umstandes, daß von anderen Seiten die Gedankenwelt der Kabbala in unrichtiger, tendenziöser Weise popularisiert wird, das Erscheinen des erwähnten Werkes behufs Richtigstellung irrtümlicher Anschauungen erforderlieh sei, lassen wir diesen Grund durchaus gelten, wenn auch hierbei gewisse Bedenken, die wir noch streifen werden, bleiben. Aber hiervon ganz abgesehen, scheint es uns aus rein pädagogischen Gründen unmöglich und undurchführbar, daß weite Kreise eine wirkliche Regeneration aus dieser Quelle erfahren sollen. Selbst in weit mehr mit Thorakenntnissen gesättigten Ländern mangelt es der großen Masse, vor allem aber der Jugend — auf die Dr. M. vielleicht in erster Reihe einwirken zu können hofft — an der zu einem erfolgreichen Eindringen in die Wissenschaft der Kabbala nötigen Reife an ,תורד und חכמה. So wird es bloß beim oberflächlichen Auffangen von einigen Brocken bleiben, die ganz gewiß zur Gestaltung einer lebenskräftigen Weltanschauung nicht hinreichen. Oder aber setzt denn M. voraus, daß mit Hilfe seines gewiß schönen Buches, es nunmehr weitesten Kreisen in der deutsehen Orthodoxie möglich sein wird, selbsttätig in den Pardes der Kabbala einzudringen? Auch selbst mit Hilfe weiterer Publikationen, die in dem ersten Geleitworte angedeutet werden? Wir glauben nicht fehlzugehen, wenn wir die Behauptung wagen, um nicht ewiglich Stümper in den geweihten Hallen dieser Wissenschaft zu bleiben, muß man vor allem die wissenschaftliche Reife und Fähigkeit zu selbsttätigem Studium in den Original werken oder mindestens einen Mentor hierzu haben! Sonst läuft man ח,״ו Gefahr, durch Symbolhaftigkeit der kabbalistischen Sprache מקצץ בנטיעות zu sein, ein Opfer von verhängnisvollsten Irrlehren zu werden, worauf schon Dr. Ascher in seiner früher erwähnten Rezension hin gewiesen hat. Wir könnten das eine von Dr. Ascher hervorgehobene Beispiel, die Gefahr einer irrtümlichen Auffassung der kabbalistischen Gotteinheitslehre infolge der Verbindung dieser Lehre mit der über die Sefiroth, an der Hand der Lektüre des Munk’schen Buches leicht vervielfältigen.

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