Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1935)
- Date
- 1935-10-01
- Page
- Seite 72 (sequence 74)
- Belongs to
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n nagt und die daher, wie sie in der (Gedankenwelt des Meistens großgezogen worden sind, zum Aufbau ihrer eigenen individuellen Weltanschauung Gedankenelemente aus der Kabbala nicht entbehren zu können vermeinen. Weiter aber heißt es: ״Es wird aber die Kabbala nicht nur zu einer komplementären Ergänzung Hirschs, sondern dieser, so seltsam es klingen möge, auch zu einer notwendigen Ergänzung kabbalistischer Deutung. Die Kabbala beschränkt sich ja immer auf allgemeine Sinndeutung einer Mizwa oder eines Mizwa- Komplexes usw. aber sie läßt dabei tausend Fragen offen» nach dem Sinn der Nuancen fast jeder Mizwo־Tat,“ ״Wer sich dagegen einmal z. B. in Hirschs מעשה קדמות in ernstem Studium vertieft, der wird gerade aus der dort herrschenden Beachtung der kleinsten halachischen Einzelheiten die Gewißheit schöpfen, daß hier nicht geistreiche Einfälle vorliegen, sondern ein Stück Wahrheit, weil eben die unzähligen Einzelheiten und Nuancen sonst immöglich zueinander und zur Deutung stimmen könnten.“ Auch weist R. die bereits von uns kritisierte Behauptung vom ״Rationalismus“ Hirschs in aller Schärfe in die Schranken ihrer Berechtigung zurück: ״Auch der angebliche ״Rationalismus“ Hirschs und die gefühlsmäßige Schau des Unaussprechlichen im Geiste der Kabbala sind keine Gegensätze, sondern erfordern einander. Auch diese gefühlsmäßige Schau ist nur auf dem Wege begriffener Worte und verstandener Handlungen, ist nur durch die Pforte der ratio erreichbar, solange Menschen nun einmal Vernunftbegabte Wesen sind. Selbst das sublimste Gefühl im Bereiche der religiösen Welt, die ,אהבת ה, die flammende Liebe zum Welten- Schöpfer, wird von der jüngeren Kabbala (genau wie schon von den spanischen Religionsphilosophen) als erweckbar durch die Ratio dargestellt: durch die Erkenntnis der Größe Gottes in der Unendlichkeit der Natur. Und auf der andern Seite war auch für S. R. Hirsch die erkenntnismäßige Erfassung einer praktischen Mizwa aus dem Bereiche der עדית nur ein Mittel, um das reichste gefühlsmäßige Erleben dieser Mizwos an die Stelle mechanischer מצות אנשים מלומדה zu setzen.“ Und so versucht R. eine Synthese zu schaffen zwischen Hirsch und Kabbala. Dr. Munk erstrebt eine geistige Erneuerung der Orthodoxie aus den Quellen der Kabbala. Dies ist schon aus ״pädagogis chen“ Gründen nicht gut möglich. Denn wahrscheinlich spricht