Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1935)
- Date
- 1935-10-01
- Page
- Seite 69 (sequence 71)
- Belongs to
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69 — gehört doch ganz gewiß auch die höhere Mathematik und die Physik mit ihren wunderbaren Offenbarungen zu den eisernen Bestandteilen der allgemeinen menschheitlichen Kultur, und M. schreibt in seinem Buch (S. 169): ״Es ist die höhere Mathematik, die, in Verbindung mit der Physik, bis in die Tiefen dringt und bis unmittelbar an das verschlossene Tor der Unendlichkeit führt“ —־ einen Gnadenstrahl göttlicher Weisheit erblickt. נתן מחכמתו לבשר ודם! In diesem Sinne beruft sich der Meister in den Ges. Schriften, III, S. 481, 485 u. 488 (S. auch S. 503) auf das Beispiel unserer ״hingeschiedenen spanisch-arabischen Rabbinen.“ In diesem Sinne schrieb er die klassischen Aufsätze: ״Die Natur und die Bibel in der Hand der materialistischen Weltanschauung“ (Ges. Schrift. I, S. 415 u. f.) und ״Von den Beziehungen der allgemeinen Bildungselemente zu der speziell jüdischen Bildung“. (Ges. Schrift. II, S. 449 u. f.) Aber auch schon in dem noch immer nicht voll und ganz zur Verwirklichung gelangten Unterrichtsplane im Chaurew, § 553, ist betreffs einer besonderen ״Verherrlichung des deutschen Kulturgutes“ nur soviel zu merken, daß er in Rubrik 1 und 2 lautet: ״Hebräische Sprache, ״Muttersprache, (Deutsch gleichzeitig, aber früh schon lebendig mit Sachkenntnis und Verstandesentwickelung.“ Sonst aber enthalten die übrigen 5 Rubriken neben dem Thora- Studium nur Disziplinen, die Kulturgüter der gesamten Menschheit sind. Und wenn auch der Meister besonders warme Töne für deutsche Kulturerscheinungen, wie z. B. in seiner berühmten Schillerrede findet, so erblickte er in dem von ihm gefeierten Schiller’schen Humanismus Lichtstrahlen, die der endlichen Verwirklichung unserer messianischen Hoffnungen auf Menschenverbrüderung im Zeichen wahrer Gotteserkenntnis dienen, Ideale: ויעשו כולם אבודה אחת und ביום החד יהי׳ ה׳ אחד für die doch auch Dr. M. ergreifende Ausführungen in seinem Buche gemacht hat! Ebenso begeistert feiert aber auch der Meister die religionsphilosopbische Leistung der ״arabischen Nation“, indem er im Komm. I. B. M. 16,14 den markanten Satz niederschreibt: ״Sie (die arabische Nation) hat den abrahamitischen Gottesgedanken mit so großer Schärfe entwickelt, daß die Einheitsgedanken in den Schriften jüdischer Religions- Philosophen, soweit sie philosophisch entwickelt werden, Vorzugsweise in der Gedankenarbeit arabischer Schriftsteller ruhen“. (S. auch Komm. I, 21, 21.)