Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1935)
- Date
- 1935-10-01
- Page
- Seite 68 (sequence 70)
- Belongs to
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65 und Bergson. Andererseits wieder bestrebt sieh Breuer auch aus der . kabbalistischen Literatur Bausteine zu seinem au! der Ideenweit S. ß. Hirschs fußenden Gedankensystem zu gewinnen. Diesem Standpunkte tritt aber Eabbiner Dr. Elie Munk bei aller Anerkennung, die er der Bedeutsamkeit des Breuer’schen Buches zollt, scharf entgegen (s. Beilage des Israelit: Gola und Geula (1934, No. 7) ״Die jüd. Weltauffassung des Hirsch’schen Gedankenkreises.“ Da heißt es: ״Denn die Entwickelung drängt unzweifelhaft und trotz allem darauf hin, daß die notwendig gewordene geistige Erneuerung und Verjüngung der deutschen Ortbodoxie aus einer anderen Quelle kommen wird als aus dem Geistesgut Babb. Hirschs. Nicht nur die neue, auch die ältere Generation hat die innere Beziehung zu dem von Babb. Hirsch verherrlichten deutschen Kulturgut vielfach verloren. Solche innerliche Verluste sind nun einmal unwiderbringlich. Und zudem lechzt unsere Zeit nach einer Weltauffassung, die in allererster Linie einen seelischen Halt zu geben vermag, die uns innerlich aufrichtet und tröstet und erhebt, nicht aber wesentlich die Vernunft befriedigt. Denn es bleibt dabei, trotz der Abwehr des Verfassers, daß das System Babb. Hirschs ein ausgesprochen rationelles ist. — — — Die Mizwoth sind bei ihm vorwiegend Angelegenheit des Nachdenkens und nicht des Miterlebens“ usw. Dr. M. kommt zum Schlüsse, daß die geforderte Neuentwicklung der deutschen Orthodoxie nur aus den Tiefen der kabbalistischen Weltanschauung erfolgen kann. Diese Stellungnahme Munks gewinnt durch das von ihm vor kurzem veröffentlichte Buch: ״ אור עולםDas Licht der Ewigkeit“, worin er einen Grundriß der kabbalistischen Weltanschauung gibt, programmatischen Charakter. Gerne anerkennen wir die bedeutenden Qualitäten dieses Buches: meisterhafte Sprachbeherrschung, tiefinnige Gemütsrichtung, die ihm ganz gewiß weiteste Verbreitung verschaffen werden. Bevor wir unsere unmaßgebliche, doch aufrichtige Meinung über die Eichtigkeit, ja Möglichkeit oder auch nur Erwünschtheit der Verwirklichung dieser Forderung abgeben, haben wir in Bezug auf die früher zitierten programmatischen Sätze Munks folgendes zu bemerken: a) Wenn S. B. Hirsch die Pflege außerjüdischer Kulturgüter forderte, so standen ihm hierbei stets die allgemeinen Kulturwerte vor Augen, in denen er allerdings wie unsere größten Lehrer und Gelehrten yon den Heroen des Talmud bis zu Herrn D1\ Munk, -*»׳