Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1935)
- Date
- 1935-10-01
- Page
- Seite 46 (sequence 48)
- Belongs to
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46 sich nicht debattieren läßt. Allein der Umstand, daß selbst in dieser Haltung der Tradition gegenüber die Werkleute schon weit über die zurückhaltende Einstellung ihres anerkannten Meisters Martin Buber hinausgehen, läßt erwarten, daß sie aus eigener Erkenntnis heraus sich fernerhin den Weg bahnen werden, auf dem sie mit der Anschauung der Orthodoxie sich werden begegnen müssen. Denn die von Martin Buber eingenommene Haltung gegenüber dem lebendigen Judentum der Tat, das sich nicht bloß mit Kontemplation und Mystik begnügt, erscheint unter allen Versuchen, dem Judentum wirklich gerecht zu werden, als die negativste Einstellung und zugleich als die einfachste und beguemste Methode. Martin Buber predigt die Askese und Abstinenz dem Ritus gegenüber, gerade aus der Ehrfurcht vor dem echten, aber heute unvollziehbar gewordenen Gotteswort. Die völlige Unzulänglichkeit dieses Standpunktes ist von Martin Bubers treuestem Jünger Franz Rosenzweig mit dem nötigen Nachdruck gekemizeichnet worden. (In dessen Schrift: ״Die Bauleute“). Er selber, Franz Rosenzweig, äußert folgende Meinung: ״Gesetz und Lehre — zum einen wie zum anderen führt uns der Weg nur, wenn wir wissen, daß wir noch an seinem Anfang stehen und jeden Schritt selber zu tun haben“. Dieses Selbsterarbeiten, das in unablässigem Lernen und Forschen Ueberzeugung statt Glauben sucht, kennzeichnet die Haltung eines erheblichen Teiles der aus ehrlichem Willen ״Heimkehrenden“. Es ist freilich ein dornenvoller Weg, und es knüpft sich an ihn die schicksalhafte Frage, ob nicht die, die ihn zu beschreiten unternehmen, die Erfahrung an sich machen werden, die in den Worten der Offenbarung als ewige Wahrheit niedergelegt ist: Naße Wenischma, daß die lebendige Tat der Geberzeugung voranschreiten müsse, um das Ziel der Erkenntnis und der Wahrheit am Ende des Weges sicher zu finden. Es kann gegenüber diesen Strebungen aus dem Lager der noch Fernstehenden nicht verkannt werden, daß gerade in den allerletzten Jahren von orthodoxer Seite manches auf geistigem Gebiet geleistet wurde, um jenen Suchenden die ״Rechte entgegenzustrecken“, und ihnen zu helfen, den ״Weg zurück“ zu finden und ihn bis zu Ende zu gehen. Die Orthodoxie ist nicht mehr so ״verstaubt“ wie ehedem, sie ist sowohl auf dem Gebiet der praktischen Arbeit wie auf dem der geistigen Tätigkeit aus