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Nahalat tsevi · 1935-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1935) · p. Seite 44

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1935)
Date
1935-10-01
Page
Seite 44 (sequence 46)
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44 Kultur. Sie möchten wieder Juden sein, und sie bemühen sich ehrlich um die Wiederentdeckung des verlorenen Landes. Es muß für uns von höchstem Interesse sein, dieses Suchen und Streben zu verfolgen. Wir sprechen nicht von jenen, die gänzlich in der zionistischen Ideologie aufgehen und kultureller Ziele glauben entraten zu können, auch nicht von jenen, die sich noch immer nicht vom Ideal der Assimilationsepoche loszusagen vermögen, wir sprechen aber vom großen Heere der Suchenden in beiden Lagern, von denjenigen, die durch die Erschütterungen der Gegenwart darüber belehrt worden sind, daß nur das Judentum ihnen den inneren Halt zu geben vermag, den sie so imerwartet verloren haben. Das Interesse, das uns hier so stark beschäftigt, ist ein zweifaches. Zunächst die Frage, wie die Umkehr zu den Quellen des Judentums bisher verlief, ob sie eine Annäherung an die Auffassung und Lebensform der Orthodoxie herbeizuführen vermochte und, wenn nicht, worin die Ursache hierfür zu suchen ist. Ferner die nicht minder bange Frage, was von Seiten der Orthodoxie wohl geschehen kann, um — in geistiger Hinsicht — die suchenden Brüder auf ihrem Wege zu stärken und um ihnen das Beschreiten des schweren Weges zu erleichtern. Indem wir uns vorweg der ersten Frage zuwenden, denken wir an ,die Kreise innerhalb der deutsch-jüdischen Bewegung, die mit starkem Willen den Anschluß an das historische Judentum suchen. Man kann selbst innerhalb dieses Kreises eine einheitliche Auffassung nicht feststellen, weil eben das Suchen noch in den ersten Anfängen steckt und eine einheitliche Lösung noch keineswegs gefunden ist. Aber als typisch für die Grundhaltung dürfen wohl die Aeußerungen gelten, die aus derjenigen Gruppe kommt, welche sich selbst als die Führerschicht der deutschjüdischen Jugend bezeichnet. In dieser Gruppe, dem sog. ״Vortrupp“ gelangt die Gegnerschaft gegen Zionismus und Liberalismus. sowie gegen ״falsche Assimilation“ und ״Dissimilation“ zu klarem Ausdruck. Es wird die Treue zur Religion und deren Reinerhaltung gefordert und diese Forderung stützt sich auf die Erkenntnis unserer rassischen Andersartigkeit, welche uns die ״blutlich getragene Religionsgemeinschaft“, also einen religiösen Wert zu bedeuten hat. Wenn nun auch der religiöse Liberalismus wegen seiner Oberflächlichkeit scharf angegriffen wird, so wird auf der anderen Seite die Orthodoxie nicht minder abgelehnt, mit einer Begründung, die in vielfachen Wendungen immer aufs

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