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Nahalat tsevi · 1935-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1935) · p. Seite 30

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1935)
Date
1935-10-01
Page
Seite 30 (sequence 32)
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so de* deutschen Juden geführt, die zwar nicht legitimiert ist, in unsere geistigen Bezirke einzudringen, der wir aber, dem Gebot der Stunde gehorchend, in gewissen äusseren Dingen unsere Unter- Stützung angedeihen lassen und auch die Vertretung unserer Angelegenheiten nach aussen konzedierten. Bei all dem waren wir im thoratreuen Volke leer ausgegangen. Nicht weil wir nicht die Kraft hatten, sondern weil wir zu viel Kraft in uns glaubten. Wozu Organisation, wenn wir die Thora haben, wozu Propaganda, wenn wir die Werbekraft des göttlichen Gesetzes in uns tragen? Allein in einer Zeit, da sich alles sammelt und verbindet, da die Regierungen und Behörden nur mit Organisationen und ihren Spitzen verhandeln, in einer solchen Zeit der allgemeinen Sammlung stand das Volk der Gesetzestreuen ohne Forum, ohne Führung, stumm und hilflos da und musste Zusehen, wie Unberufene, die gar keine Beziehung zu uns und kein Interesse für das, was uns heilig ist, hatten, ungebeten in unserem Namen das Wort führten. Dolmetsch der jüdischen Seele konnten diese Männer nicht sein, das jüdische Herz, das oft schwer getroffen war, krampfte sich in stummem Weh zusammen und blieb wortlos. Aus diesen Nöten und Erwägungen heraus hat S. R. Hirsch זצ״ל vor fünfzig Jahren die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums ins Leben gerufen, die die erste gesetzestreue Organisation in Deutschland, ja in der Welt war. Die Krönung seines grandiosen Werkes, das wir von der Gemeinde auf die Gemeinden übergreifen sehen, mit der Organisation des orthodoxen Weltjudentums, war ihm leider nicht mehr beschieden. Die Vollendung dieser Kräftesammlung blieb seinen Nachfahren, die in seinem Geiste sein Erbe zu verwalten und auszubauen hatten, mit der Gründung der Agudas-Jisroel- Weltorganisation Vorbehalten. Dass ihm diese Organisation als letztes Ziel vorgeschwebt hat, geht aus seinen ersten Aufrufen und den darin entwickelten Gedankengängen klar genug hervor. Er, der Meister des jüdischen Gedankens, der in prophetischer Schau die Freie Vereinigung drei Jahre vor seinem Tode noch ins Leben gerufen hatte und beim Ausklang seines Lebens noch ihr erster Vorsitzender war, er sah in dieser deutschen Organisation nur das Mittelglied zwischen der ״Gemeinde“ und der ״Gemein- Schaft“, liebte und leitete sie als solches mit der ganzen Glut seiner in Ewigkeitssehnsucht scheidenden Seele. Wie Moses, der, nach einem Midraschwort, mit Gesang, Segen und Gebet für sein Volk von dannen scheidet, so war jener Aufruf zur Bildung der

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