Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1935)
- Date
- 1935-10-01
- Page
- Seite 26 (sequence 28)
- Belongs to
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nicht in Moses, im Volke, ja im Oottesgesetze selbst den nötigeil Resonanzboden für seine Organisationspläne gefunden. Die Organisation ist göttlich, gottgewollt, ״ ,איש על דגלוJeder bei seiner Fahne!“ Und liest man Midrasch nach, so weiss man auch, wie diese Fahnen, Wappen und Zeichen gestaltet waren. Reuben hatte das Dudaim-Bild auf roter Fahne, Schimeon die Stadt Schchem auf grünem Tuch, Levi hatte eine dreifarbige Fahne mit Urim darauf, Jehudo einen weissen Löwen auf blauem Grund usw. bis Benjamin, der alle Farben in seiner Flagge vereinigte und einen Wolf als Wappen zeigte. 4 Na ja, schüttelt man mit dem Kopf, Midrasch! . . . Für uns ist gerade dieser Midrasch eine historische Urkunde von grösster Bedeutung für die jüdischen Farben und Fahnen, auf die heute die Juden leise verwiesen werden und nach denen in Archiven und Museen eifrig gesucht wird. Aber selbst derjenige, der einer Midraschstelle keine historische Bedeutung beimessen mag, muss doch in der angeführten Stelle ein vielsagendes Zeugnis für den ausgeprägten Farben- und Formensinn, für den Willen zur straffen Zusammenfassung in Verbänden mindestens zur Zeit der Midraschweisen, also zu Beginn unserer Zeitrechnung und in den ersten Jahrhunderten nach der üblichen Zeitrechnung erblicken. Die erste nachweisbare feste jüdische Organisation als solche ist die von Esra beim Wiederaufbau des Staates gegründete כנסת הגדולה, die Grosse Synode, deren erste Mitglieder noch die letzten Propheten und deren letzter Bannerträger Schimeon Hazadik, der erste der Tanaim, war. Es ist die Organisation, die aus 120 Männern, den Besten des Volkes, bestehend, rund 200 Jahre lang die nationalen, geistigen und teilweise auch wirtschaftlichen Angelegenheiten des Volkes leitete. Bis sie in das reguläre Sanhedrin übergeht. Als vor 1865. Jahren die eiserne Titusfaust den Staat zertrümmerte, war die Organisation noch nicht zerbrochen. Das Sanhedrin, das sich vorher schon in die Weinberge von Jawne flüchtete, lebte und arbeitete weiter. Später gab es in der Galuth- Zersplitterung keine Brücken noch Balken mehr für den Bau einer Organisation. Und dennoch! Der Organisations ge danke als solcher war nie erloschen, und er suchte immer nach neuen Formen und fand sie auch, nach Massgabe des Landes, der Zeit und der Umstände. In Babylonien war es in der neuparthischen Zeit der Patriarch, der die Spitze bildete, wie es in Erez Jisroel der Nassi war, der das Volk nach