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Nahalat tsevi · 1935-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1935) · p. Seite 14

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1935)
Date
1935-10-01
Page
Seite 14 (sequence 16)
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14 Geist, dessen Träger sie darstellt, oder darzustellen vermeint“.79) Die Zugehörigkeit zu der Geisteselite ist daher weder von einem irgendwie gearteten Organisiertsein abhängig, noch von anderen, bestimmten Qualifikationen oder genau umschreibbaren Leistungen. Sie ist die Folge eines persönliehen Strebens, einer persönlichen Entscheidung, ein ״Mitträger am Geiste“ sein zu wollen, der gleichsam das konstituierende Moment der Geisteselite ausmacht. Wenn etwa, um bei unserer Zeit zu bleiben, die Aufgeklärten des 18. Jahrhunderts, sich als die Träger der Aufklärung empfanden, so konnte jeder für sich frei darüber entscheiden, oder wenigstens seine Entscheidüng darüber für frei halten, ob er zu den Trägern der Aufklärung gehören wollte oder nicht. Daß aber die ״Aufgeklärten“, ohne miteinander durch sichtbare Mittel gesellschaftlicher Bindüngen vereint zu sein, sich trotzdem verbunden fühlten, beweist, daß sie eine Einheit, eine Elite der Aufgeklärten, eine Abart der Geisteselite bildeten. Das nur lockere Verbundensein mit den anderen Gliedern der Elite, das im Wesen der Geisteselite liegt, hat sie für die Vereinzelten als ein ihnen besonders entsprechender Rahmen zur Einordnung erscheinen lassen, denn sie gestattete die Beibehaltung der Vereinzelung und nahm ihr dennoch ihre Schwere als Vereinsamung. Dann aber kam die Zugehörigkeit zu den Aufgeklärten der Erfüllung einer geglaubten oder wirklich vorhandenen gesellschaftlichen Funktion gleich. Denn als Aufgeklärter hatte man Aufklärung verbreitet, also zum Besten der Gesellschaft beigetragen, am Fortschritt der ״Menschheit“ gearbeitet. Nach dem Verlust des Glaubens an den ״Fortschritt“ trat die Anerkennung ״der Bildung als Ideal“ an seine Stelle.80) In beiden Fällen hatte die Zugehörigkeit zur Aufklärungs- bzw. zur Bildungselite der gesellschaftlichen Stellung der Vereinzelten einen Sinn gegeben, ohne die Forderung zu erheben, an konkreten Aufgaben des Staates oder der Gesellschaft mitzuarbeiten. Daher die Hinneigung der Vereinzelten zur Geisteselite. . Wir können auf eine nähere Beschreibung der Gesellschafts- Schicht, die wir — nach Weil — als Geistes-, Auf klär ungs- und Bildungselite benannten, nicht näher eingehen. Es muß wiederholt auf das WeiPsche Buch, das hierin Grundlegendes geleistet hat,?9) Ebenda, S. 157. 80) Weil, Kap. III.

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