Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1935)
- Date
- 1935-10-01
- Page
- Seite 10 (sequence 12)
- Belongs to
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iö Klarheit vor der Seele aller Wandernden sein, und wir sind fiterzeugt, daß diese Erinnerungen den Wanderer aufrecht erhalten. Nun aber erhob sich die bittere Frage des Wohin. Zwar hatten ihm die Mutter und der Vater ein bestimmtes Ziel gegeben. In dieser Zielsetzung lag eine klare, nicht mißzuverstehende Weisung. Das Wohin führte ihn an den Ort, von wo sein Ahne einst aus־ gegangen war. Es kann sein, daß die spätesten Enkel wieder da beginnen müssen, wo einst der Anfang gewesen war; das ist das große geheimnisvolle biogenetische Gesetz der jüdischen Geschichte. Hier aber tritt mildernd und helfend ein Gedankenkomplex ein, der schon so oft in schlimmsten Zeiten Trost und Erhebung gewährt hat, das ist der Gedanke und die Verheißung des S’chus Owaüs. In unserem Zusammenhänge heißt das: Wenn die Erinnerungen des Woher blütenfroh den Weg nach dem Wohin umsäumen, wenn man auch auf dem Gang nach Haran nie aus den Augen verliert, daß es ein Beerseba gab und geben wird, dann umfängt der Zauber von Jakobs Traum alle Wandernden. Nach alter Überlieferung hatte Jakob seinen Traum dort, wo einst, wie oben erwähnt, Abraham mit seinem Sohne ganz allein gewesen war, und er wachte auf in der Erkenntnis, daß auch da Gott weilte. Dann zog er getrost seines Weges nach Haran, denn nun wußte er ein Zurück nach Beerseba. P. K. Die Entstehung der Judenassimilation und deren Ideologie. r r Von Jakob Katz. (Fortsetzung.) Die neutralisierte Gesellschaftsform. ״Das große Ereignis des 18. Jahrhunderts war, daß unter der Decke des herrschenden Absolutismus der Mittelstand geistig und sozial erstarkte und für sein nun allmählich auch politisch sich färbendes Standesinteresse den Schatz des Vernunft- und Naturrechts auszubeuten begann.“ 69) An dieses. ״große Ereignis“ knüpft sich ein anderer historischer Vorgang, der wegen seiner schweren Folgen ebenfalls das Zeugnis ״groß“ verdient, nämlich die Assimilation und Emanzipation der Juden. Denn die Juden haben sich nicht etwa an ״das“ deutsche Volk assimiliert, son- 69) Fr. Meineoke: ״Die Idlee der Staatsraisou^ 1924, S. 431.