Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1935)
- Date
- 1935-10-01
- Page
- Seite 9 (sequence 11)
- Belongs to
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seinem itinde allein sein wollte und allein sein mußte, als er am Fuße des Berges Morija zu seiner Umgebung sprach, sie möchte mit all dem Irdischen und Vergänglichen, das sein war, am Fuße des Berges Zurückbleiben, als er einsah, daß e r seiner Umgebung die Teilnahme an dem Opfer der vollkommenen Selbstentäußerung nicht zumuten konnte, als er dann doppelt heilig mit seinem ihm neugeschenkten Sohne vom Morija zurückkehrte, da nahm er den Weg nach Beerseba, da suchte und fand er aus der Einsamkeit eines himmlisch verklärten Augenblicks den Weg zur Gemeinschaft der Menschen. Wie ist das doch Trost und Aufgabe zugleich! Es kann sein, daß in der jüdischen Geschichte sich solche Stunden wiederholen, Stunden, in denen unter unsäglichen Opfern Israel ganz allein steht. Man soll aber wissen, daß das immer nur vorübergehend ist und daß man nach Ablauf dieser Stunde immer wieder den Weg zu der Gemeinschaft mit den Menschen suchen soll und finden wird. Denn füglich ist eine solche Stunde nicht ohne innere Gefahr. Es mag sein, daß der eine oder der andere nach einer solchen Erfahrung verbittert wird oder daß er gar von der Tugend der Bescheidenheit im Stich gelassen wird. Dann aber; war sicher sein Weg in der Einsamkeit nicht der Weg zu Gott. Denn von dem Weg aus, der zu Gott strebt, findet sich immer wieder ein Pfad zu den Menschen. Das innere Bewußtsein der nimmer wankenden Verpflichtung zu Güte gegen die Menschen und zur Mitarbeit mit ihnen verläßt den Begeher der Gottespfade nie. Daran mochte Jakob denken, als die Entfremdung des Bruders ihn aus der Heimat trieb, und darum konnte es sein Erstes bei der Bückkehr sein, daß er an eine Wiedervereinigung mit dem Bruder dachte. Und noch eine dritte Erinnerung mochte durch die Seele des Wanderers ziehen. Es war ja wieder einmal eine glückliche Stunde im Leben seines Vaters eingetreten•, nach mancherlei Erfahrung hatte Isaak einen Brunnen gegraben, den ihm niemand streitig machte, und der Erde Güter strömten ihm zu. Als er sich in der Fülle des Gelingens fragte, wie es aus diesem Segensstrom ein Aufwärts geben könnte, da vergaß er all des Widrigen, was vorher seine Bahn gekreuzt hatte, all der Gegen- Sätze, um die er litt und darbte und, so lesen wir: aufwärts zog er nach Beerseba. Dort aber wurde das Bündnis des Vaters mit der Umgebung feierlich erneuert, und das vollzog sich unter allseitiger Anerkennung des Segenswaltens des Allmächtigen. Das Woher also mit all seinen wechselvollen Gestaltungen stand klär vor der Seele Jakobs. Mag das auch heute in derselben