Mannheim
Compact Memory

Nahalat tsevi · 1935-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1935) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1935)
Date
1935-10-01
Page
Seite 8 (sequence 10)
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2551369-2551412-2551414--2058-2553579
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

4 einen Strick gestalten, der unser Wollen knebelt, unsere Leistung drosselt und unsere Idee in unseren Kindern ertötet. Mehr als je dar! die Stimme im jüdischen Lager nicht zum Verstummen kommen, die mit dem letzten Einsatz ihrer Kraft in die Welt hinausruft, daß nicht in Mizrajim, sondern am Sinai das jüdische Volk erstand, da Gott die jüdische Kasse zur Trägerin seiner Thorah adelte, daß es daher keine andere Judeneinheit gibt als die am Sinai geschaffene. Mehr als je müssen wir uns selbst und unsere Kinder mit der ,,Ideologie“ der Unabhängigen Orthodoxie erfüllen. Sind und bleiben wir wahre und echte Träger der Idee, wird uns die Idee über alle Fährnisse der Gegenwart hinwegtragen. Woher und wohin! Wenn im Leben eines Einzelnen oder einer Gemeinschaft katastrophenartige Wendungen sich vollziehen, 80 wiederholt sich häufig die Erscheinung, daß infolge der sich überstürzenden Eindrücke des Heute das Gestern vergessen wird. Es ist daher von nicht zu überschätzender Bedeutung, wenn zu Beginn der Wanderperiode der jüdischen Geschichte — ihr Anfang ist bekannt, ihr Ende ins Dunkel gehüllt — das Woher mit aller Deutlichkeit unterstrichen wird. Vielleicht bot auch unserem Ahnen Jakob das Bewußtsein des Woher mit all seinen herrlichen inhaltsreichen Erinnerungen einen wesentlichen Halt auf seinem so dornenvollen Pfade. Schlichter als es die Thora selbst sagt: ״Jakob zog aus von Beerseba und ging nach Haran“ kann man es wohl nicht sagen. Alte Erklärer meinen, daß in diesen Worten die Lösung aller Rätsel der jüdischen Geschichte beschlossen sei. Für alle, die auch heutzutage zum Wanderstabe greifen, läge darin Mahnung und Stütze zugleich. In der Tat knüpft sich an den Ort Beerseba, also an das Woher der ersten Wanderung eine Fülle beglückender Erinnerungen. Doch in Beerseba war es, wo zum ersten Male der erste Ahne des jüdischen Volkes ein Bündnis mit der Umwelt geschlossen hatte. Es wäre Torheit, wenn man nicht all das Schöne und Beglückende, das in diesem Bündnis seine Wurzel hatte, zugestehen und auch in der Erinnerung angenehm empfinden wollte. In Abrahams Seele wirkte dieses Schöne und reifte zum Entschluß. Denn als wieder einmal eine Stunde gekommen war, in der er mit

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.