Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1935)
- Date
- 1935-10-01
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2551369-2551412-2551414--2057-2553578- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Einheit die Huldigung zu versagen und an der alten, der vom Sinai ererbten Einheit von Metaphysik und Metageschichte auch fürderhin zu hangen und ihr unter unsäglichen Opfern eine Fülle von Institutionen, Gemeinden und Einrichtungen, zu schaffen, die den Stolz der deutsch-jüdischen Orthodoxie bildeten und ihrem Namen die Achtung der Judenheit der ganzen Welt eintrugen. Das ist dieselbe Orthodoxie, die jetzt, weil sie die Sinai-Einheit von Metaphysik und Metageschichte nicht zugunsten neuer Idole auf geben wollte, sich von Dr. Hof mann in grobschlächtiger Weise als — ״Separatisten“ beschimpfen lassen muß und die nach ihm die Befugnis nicht haben soll, für die Idee ihrer Einheit in Kreisen zu werben, die nach dem Ursprungswort Gottes lechzen. Sie wird den Schimpf hinnehmen und getrost das Urteil der Geschichte anheimgeben. Sie hat heute andere Sorgen als die, sich mit dem Votum einer Persönlichkeit zu befassen, die sich ihr anscheinend fremder fühlt als den liberalen Genossen der zeitgeborenen Einheit. Denn gerade die Fülle der von ihr unter einem günstigeren Stern geschaffenen Institutionen und Einrichtungen, gerade die stattliche Zahl der sich ihr nahe wissenden Gemeinden laden ihr heute Verpflichtungen auf, denen ihre eigene Leistungsmöglichkeit heute nicht mehr gewachsen ist. Ehedem stolz darauf, Gelder nur von solchen Organisationen zu beziehen, mit denen sie ideologisch eins war, hat sie, unter dem unabwendbaren Zwang der Verhältnisse, dazu übergehen müssen, die Hilfe der ״Reichsvertretung“ in Anspruch zu nehmen, der freilich vom Ausland Mittel zuflossen, die ausnahmslos für alle Notleidenden bestimmt waren. Ein Anfang ist geschehen. Niemand weiß, was die Zukunft bringt. Aber eines wissen wir: daß die Idee der Unabhängigen Orthodoxie der am Sinai geoffenbarten Wahrheit entspricht und daß dieser Idee die jüdische Volkszukunft entgegenreift. Die Unabhängige Orthodoxie kann nnd darf nicht verschwinden. Nicht nur um der deutschen Juden willen, sondern wegen des ganzen jüdischen Volks, vor allem wegen Erez Jißroel! Respekt vor der Reinheit unseres Wollens, Respekt vor der Größe unserer Leistung, Respekt vor der uns tragenden Idee können und dürfen wir selbst von unseren Gegnern erwarten. Mag sein, daß gegenwärtig die Notwendigkeit einer einheitliehen Vertretung nach außen vorliegt. Aber von unseren jüdischen Brüdern verlangen wir, daß sie aus dieser Notwendigkeit nicht