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Nahalat tsevi · 1935-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1935) · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1935)
Date
1935-10-01
Page
Seite 6 (sequence 8)
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״Reichsvertretung״ deutscher Juden hat ihr Prograinin veröffentlicht, das in der Herstellung der organisatorischen Judeneinheit gipfelt und zugleich das Bekenntnis zum Keren Hajeßod enthält. Ist es der Sieg des Zionismus auf ganzer Linie? Soll er nicht nur Kulturführer sein auf dem Wege zur Erneuerung, sondern auch die ideologische Basis, auf der sich׳ der Einheitsbau der deutschen Judenheit demnächst erheben wird? Gewiß erscheint der Zionismus auf den ersten Blick in hohem Maße geeignet, den deutschen Juden unter den gegenwärtigen Verhältnissen ein organisatorisches Heim zu gewähren. Die Gemeinsamkeit des Bluts, erhöht zur Gemeinsamkeit des geschiehtliehen Schicksals, ist ihm das alle Juden umschlingende Band. Eine jüdische Organisation, die von allen religiösen und weltanschaulichen Verschiedenheiten absieht oder doch zum mindesten in ihnen kein organisatorisches Hindernis erblickt, ist ihrem Wesen nach zionistisch, selbst wenn der Antizionismus in sie einbezogen und selbst wenn sie selber sich als antizionistisch oder neutral erklären wird. So waren stets die religiös neutralen jüdischen Gemeinden konstruktioneil zionistisch, so wenig sie es wahr haben wollten. Von diesen religiös-neutralen jüdischen Gemeinden führt ein gerader Weg zum heutigen Rassenjudentum. Die Geschichte ist zuweilen unendlich konsequent und unendlich — hart. Es gab eine Judengruppe in Deutschland, die nicht müde wurde zu warnen und zu lehren. Ihr war die Rasse ohne Thorah so wenig denkbar wie das Land ohne Thorah. Ganz und gar war ihr das Judentum und die Judenheit in Metaphysik und Metageschickte eingetaucht. ״Wer zählt, was Staub ist an Jaakob?“ Metaphysisch war ihr, was Blut und Rasse ist am jüdischen Wesen, nichts als erfülltes Sollen, das im von der Freiheit der jüdischen Menschen in metageschichtlichem Prozeß zu erfüllenden Sollen der Thora seine unmittelbare Fortsetzung und Vollendung zu finden hatte. So verhielten sich ihr Rasse zu Thorah wie Metaphysik zu Metageschichte und schmolzen übersinnlich zu unlösbarer Einheit zusammen. Ihr galt die Rasse als Wert nur in ihrer metaphysischen Beziehung zur Thorah, wie ihr die Thorah in ihrer Gänze — einstweilen — nur Geltung hatte in ihrer metageschichtlichen Beziehung zur Rasse. Also hatte sie es von ihren großen Lehrern übernommen. Ihre großen Lehrer — an ihrer Spitze Rabbiner S. R. Hirsch s. A. — hatten diesem von ihnen geretteten ״Gezehnt“ die Seelen beschwingt und die Herzen gestärkt, daß sie die Kraft fanden, den zeitgeborenen Götzen religiös-neutraler oder zionistischer

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