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Nahalat tsevi · 1935-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1935) · p. Seite 5

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1935)
Date
1935-10-01
Page
Seite 5 (sequence 7)
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völligen Itulturversandung führt? Und wie 8011 das erst in — Deutschland sein? Und so gibt es nur einen einzigen Weg der Erneuerung: Zurück zur Thorah! Es klingt paradox und ist dennoch richtig: der Misrachi kann der Führer der deutschen Juden auf dem Wege der Erneuerung nicht sein, weil er neben der Thorah den Zionismus stellt, und der allgemeine Zionismus kann es nicht sein, weil er neben den Zionismus die Thorah — nicht stellt. Was wahr ist am Zionismus, ist Bestandteil der Thorah selber, und was am Zionismus nicht Bestandteil der Thorah selber ist, das ist eben nicht wahr. Die deutsch-jüdische Jugend ist verloren, wenn sie lediglich in den Pelz des Zionismus gehüllt wird und des ererbten Thorah- Guts bar bleibt, das Leben der Thorah überhaupt nicht kennen lernt. Was der Zionismus ihr geben will, ist im Grunde die Autoemanzipation, nachdem die Heteroemanzipation gescheitert ist. Gerade die Autoemanzipation aber setzt den Vollbesitz der jüdischen Kulturwerte voraus. Der Zionismus gebärdet sich heute in Deutschland, aus der Kontrastwirkung gegenüber dem jüdischen Liberalismus, als der Besitzende, der Gebebereite und Gebefähige. Der Hinweis auf das palästinensische Nationalheim, das leider noch lange kein jüdisches Kulturheim ist, sollte ihn bescheidener stimmen. Die Orthodoxie darf sich vom Zionismus nicht bluffen und von Dr. Hofmann nicht einschüchtern lassen. Möge sie, eifriger noch als bisher, den deutschen Juden jüdische Kultur Vorleben und in Wort und Schrift jüdische Kultur näherbringen. Die Propaganda des Keren Hajischuw, die von Anbeginn keineswegs als reine Finanzpropaganda gedacht war, darf nicht erlahmen. Wiederum zeigt Erez Jißroel seine aufrüttelnde Kraft: Kein Nationalheim ohne Heim nationaler Kultur; keine nationale Kultur ohne Thorah. Werden Werke der Weltliteratur ins Hebräische übersetzt, so entsteht noch lange kein national-jüdisches Kulturgut. Wenn jüdische Künstler Werke der Weltliteratur zur Darstellung bringen, haben wir noch ,lange keine national-jüdische Kunst. Mit Kultur- Surrogaten ist der deutsch-jüdischen Jugend nicht zu helfen. Autoemanzipation ist ohne Thorah nicht denkbar. Nur die Thorah macht den jüdischen Menschen frei. II. Der Ruf nach Einheit geht durch die Reihen der deutschen Juden. Er dringt auch ans Ohr der unabhängigen Orthodoxie. Die

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