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Nahalat tsevi · 1935-08-01 · Heft 11-12 (August 1935) · p. Seite 351

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 11-12 (August 1935)
Date
1935-08-01
Page
Seite 351 (sequence 61)
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351 findet Beifall. Er lebte seine Lehre und lehrte sein Leben. הישר בעיניו תעשה אלו אנחת משובחות הנשמעות באזני כל אדם, so lautet ein Wort der מכילתא zu ״ ,פ׳ בשלחÜbe das Rechte und Gerade, das sind die vorzüglichen אנדות, die von jedermann gehört werden״. Und endlich ואינה מעלה עשן dieses Feuer hinterlieb keinen Rauch. Er liebte nichts Dunkles, Nebelhaftes, Verfchwommenes. Seine Worte waren klar und eindeutig wie sein ganzes Leben. Das Wort diente ihm nicht dazu, seine Gedanken zu verbergen". So lebt er und so lebt sein Wort in der Erinnerung aller, die ihn gehört haben, und diese Erinnerung wird gestärkt und gekräfiigt durch die Lektüre seiner Reden, die, weil יש בהם ממש sie in jedem Worte Wesenhaftes und Kerniges bergen, Ewigkeitswert haben, wie die תורה, die in solch wundervoller Weise von ihm begriffen und interpretiert wird. Weiteres möchte ich aus dem eingangs angeführten Grunde nicht sagen. Ich bin überzeugt, dab jeder, der das Werk zur Hand nehmen wird, sich überzeugen wird, dab hier nicht die Liebe des Schülers übertrieben hat, sondern dab sie vielmehr aus einer gewissen berechtigten Scheu heraus sich gröbter Zurückhaltung befleibigt hat. Die Flucht vor Gott. Alle Versuche, unsere Brüder zum Judentum zurückzuführen, nehmen in der Regel von äußeren Veranstaltungen ihren Ausgang: Teilnähme am Gottesdienst, Oneg-Schabbath-Veranstaltung, Vorträge über Teile der Bibel, Erlernung des Hebräischen etc. Alles dies nennen wir äußere Veranstaltungen, weil sie — selbst die Belehrung in der Thora — nur ein Wissen vom jüdischen Schrifttum vermitteln, nicht aber zum Kern des Judentums durchdringen. Denn das Judentum erschöpft sich nicht im Begriff der Lehre; Judentum als Offenbarung des lebendigen Gottes ist ein Lebensquell, ein Quell, das ganze Leben zur Reife zu bringen. Und da muß man sich doch bei der Hinwendung zum Judentum zuerst fragen: Welches ist denn der Grundwille, der das ganze Leben beherrschen soll? Und׳ wie steht das bisherige Leben in Beziehung zu diesem Lebensquell? Eine Antwort auf diese Frage gibt Max Picard in seinem Buch: ״Die Flucht vor Gott‘‘. (Eugen Rentsch Verlag, Erlenbach-Zürich und Leipzig 1934, Preis 6.— RM.). Es ist in seiner Tendenz viel allgemeiner gehalten. Es spricht nicht nur zum Juden, es spricht zu jedem Mensehen, den es zum Glauben an Gott zurückführen will. Und es schildert, wie früher nur einzelne vor Gott flohen, während der Glaube die objektive äußere Welt darstellte, daß nun diese Welt zerstört ist, nur einzelne glauben, aber die Flucht vor Gott der objektiven äußeren Welt das Gepräge gebe. Die Welt der Wirklichkeit ist in eine Welt der Möglichkeiten aufgelöst. Es gibt keine Schuld mehr, keine Reue mehr; es ist ja alles nur ein Spiel mit Möglichkeiten.

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