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Nahalat tsevi · 1935-08-01 · Heft 11-12 (August 1935) · p. Seite 346

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 11-12 (August 1935)
Date
1935-08-01
Page
Seite 346 (sequence 56)
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346 er über jeden Verdacht erhaben ist, den Bestrebungen der Poale Agudath Israel gegenüber Schönfärberei zu treiben, und außerdem die Ansichten Ben Gurioms über die Beziehungen seines jüdischen Staatsideals zur Thora bedeutsam sind, zitieren wir die bezüglichen Teile des Interviews: ״Frage: Ist denn der so ge׳ formte Staat Selbstzweck? Sollte er nur die Judenfrage lösen und Juden konzentrieren, oder ist er Mittel zu einem weiteren Zweck, verlangt er einen bestimmten Inhalt? Ben G u r i o n: Der jüdische Staat mit unserem Gepräge ist Selbstzweck. Wie bei uns der Sozialitsmus nicht getrennt vom Staat ist, sondern sein Gepräge ist, so ist es auch bei den anderen Parteien. Das politische Ziel ist auch bei den Revisionisten nicht getrennt vom Aufbau. Sie wollen den jüdischen Staat mit Versklavung der Arb eiter. Abstrakte Juden gibt es nicht. Sie müssen unter einer bestimmten Form leben. Frage: Glauben Sie nicht, der jüdische Staat mit seiner sozialen Form ließ sich auf der spezifisch jüdisch - geschichtlichen Grundläge aufbauen? Ben G u r i on : Die jüdische Geschichte lebt in uns, aber wir wollen sie nicht kritiklos konservieren. Ihren ethischen Inhalt wollen wir übernehmen. Dessen wichtigster Teil sind die prophetisehen Visionen vom ״Ende der Tage“, daß es!keinen Krieg mehr geben, Gerechtigkeit herrschen, ein Gesetz sein wird für alle Mensehen. Frage: Wie wird nach Ihrer Meinung der jüdische Zukunftsstaat aussehen? Ben Gurion: Die heutige Wirtschaft Palästinas ist ein lebendiges Vorbild seiner sozialen Zukunft. Wir schaffen nicht für ein Zukunfts ideal, sondern wollen verwirklichen. Unsere ״Kewuza“ ist vorbildlich und von internationaler Bedeutung. Es ist eine Wirtschaft ohne Privatkapital und Export, durch freie, gemeinschaftliche Arbeit. Frage : Wie stellt sich die Arbeiterpartei zu den streng gesehiebtlich orientierten Arbeitern und zu׳ der Möglichkeit ihrer Vereinigung? Ben G u r i 0 n: Innerhalb der Zionistischen Organisation sind diese in ״Hapoel Haimisrachi“ und a־ußerhalb in der ״Agudath Israel“ organisiert. Wir sind verbunden in den Arbeiteridealen und im Aufbau des Landes. Der Misrachi enthält alle Parteien der Zionistischen Organisation in sich. Frage: Glauben Sie, daß die agudistische Bewegung der zionistischen einmal ernsthafte Schwierigkeiten bereiten kann, oder daß sie bedeutungslos bleiben wird? Ben Gurion: Sie wird später eine Rolle spielen, denn weite Kreise, die sich am Aufbau beteiligen, sind ihre Anhänger. Unsere Politik geht dahin, ihnen keine Schwierigkeiten zu bereiten und uns nicht abzuschließen, sondern friedlich mit ihnen auszukommen..“ Man darf natürlich nicht glauben, daß etwa Ben Gurion ideologisch den Poale Misrachi oder den Poale Agudas Jisroel eine Referenz gemacht hätte. Nach dieser Richtung hin ist eine Aeußerung im Kongreß selbst, die Ben Gurian tat, bezeichnend. Sie lautet: ״Für die Verwirklichung des Zionismus müssen wir eine neue Weisheit Israels schaff en^ nicht eine Wissenschaft, die

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