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Nahalat tsevi · 1935-08-01 · Heft 11-12 (August 1935) · p. Seite 347

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 11-12 (August 1935)
Date
1935-08-01
Page
Seite 347 (sequence 57)
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341 sich mit mittelalterlicher Literatur befaßt, sondern eine, die jeden Tropfen Regens zu messen hat, damit er nicht verloren gehe, die alle fließenden Wasser im Lande festst eilt, damit man sie ausnütze, das Land befruchte und bereichere.“ Es wird Aufgabe der Agudas Jisroel sein, in Erez Jisroel sieghaft den Gedanken von der Anwendung jener alten Weisheit Israels, welche Ben Gurion ,^mittelalterlich“ nennt, mit der Messung jeden Tropfen Regens in jenen Zusammenhang zu bringen, der im Buch Deworim, 11. Kap. Vers 13 und 14 zum Ausdruck gelangt und im ״Schema-Gebet“ uns täglich zum Bewußtsein gebracht wird . . . Man kann von der Redaktion der ״Jüdisch Allgemeinen Zeitung“, Organ des liberalen Judentums in Deutschland,״ nicht erwarten, daß sie Talmud-Studien treibt. Sie soll dann aber nicht, wie sie dies in Nr. 37 vom 11. Sept. tut, in großer Aufmachung, unter dem Titel ״Vergessene Feste“, mitteilen, daß man in Erez Jisroel nur einen Tag Rosch-haschana feiere und daß also im Tischri nur 4 volle Feiertage in Erez Jisroel gehalten würden! Als Trost dafür, daß die Gola statt dessen im Tischri 7 Feiertage hat, beruhigt uns der Artikel weiter, daß immerhin eine große Menge von Festen und Fasttagen, die in ״Megilat Tanis“ enthalten sind, ״in Vergessenk eit geraten seien.“ Wir empfehlender Redaktion, in stillen Stunden der Beschaulichkeit die Lektüre des Traktates Röschhaschana von 18b—19b, wo diese ״Vergeßlichkeit“ begründet wird. Sollte etwa der Talmud-Text zu schwierig sein, so sei auf die Gesammelten Schriften von Rabb. Hirsch; Band II, S. 24-25 hingewiesen. Als im Jahre 1929 unter dem Titel ״Fragen des jüdischen Ehegesetzes“ der Bericht der Verhandlungen der liberalen Rabbiner erschienen Ist, hat Herr Rabbiner Dr. Raphael Breuer s. A. im ״Nachalath Z’wi“ jahrg. I Seite 44-52 und 122-128 eingehend die ungeheure Verantwortung gekennzeichnet, welche diejenigen gesetzestreuen Rabbiner trifft, die trotz der von liberaler Seite vorgenanntenen Entweihungen der jüdischen Familienreinheit es nicht übers Herz bringen können, eine endgültige Absage diesen liberalen Funktionären gegenüber auszusprechen, sie vielmehr in Kollegialität als jüdische Rabbiner anerkennen. Inzwischen hat u. a. Herr Dr. Dienemann in Offenbach seine Theorie in die Praxis umgesetzt. Die ״konservativen“ Rabbiner in Amerika haben ferner den! Vorschlag gemacht, jüdische Eheschließungen als zulässig zu proklamieren, die an die Bedingung geknüpft sind, auch ohne Zu- Stimmung des Mannes eine spätere Scheidung anzuerkennen. R a b b I - ner Kuk זצ״ל hat im Taimmus 5695 — also kurz vor seinem Heimgange — seine Stellungnahme dazu telegrafisch folgendermaßen formuliert: «ני מוחה בכל תוקף נגד המכשלה של מידור קידושין כצירוף שליחות גט שיחריב את קדושת המשפחה בישראל Es bedarf wahrlich nicht der Autorität van Rabbiner Kuk זצ״ל, um die Nkhtkompetenz liberaler Geistlicher in der Entscheidung haiachlscher Fragen zu beweisen. Wichtig ist aber, daß diese Erkenntnis einmütig, Mar und deutlich den Juden Deutschlands gegenüber von allen׳ gesetzestreuen rabbinischen Führern ausgesprochen wird und die nötigen Konsequenzen daraus gezogen werden.

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