Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 11-12 (August 1935)
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 341 (sequence 51)
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341 der Leitung der Landesorganisation und der Leitung der Poalim muß eine stete Verbindung bestehen. Die Beziehung muß eine solche wechselseitigen Vertrauens werden und bleiben. Der Poel hat ein feines Gefühl für Recht und Gerechtigkeit. Er muß sich unbedingt darauf verlassen können, daß er innerhalb der Aguda unter allen Umständen zu seinem Rechte kommt. Seufzend und leidend unter der Geißel des auf der Galuthherde waltenden Unrechts, soll er die Gewißheit in sich tragen, daß wenigstens in der Aguda kein Unrecht geschieht, wenigstens in der Aguda ihn der Arm der Thora schützt. Die Landeszentrale wird alles daran setzen müssen, daß das Gefühl der Rechtssicherheit innerhalb der Aguda bei allen Poalim sich kräftigt und erhält. Auch die rabbinischen Autoritäten des Landes werden den Poalim erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken haben. Es kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, daß die Thora die Herrschaft über das Leben nur ausüben kann, wenn die Träger der Thora das Leben kennen. Es müssen sich rabbinische Autoritäten finden, die sich ein anschauliches Bild von der Lage der Poalim aus eigener Erfahrung machen, ihre besonderen Wirtschaftssorgen und Wirt- Schaftsprobleme eingehend studieren und in engere geistige und seelische Beziehung zu ihnen treten. Als auf der Schlußsitzung der Landeskonferenz, nach völlig durchwachter und durchgearbeiteter Nacht, morgens früh um 4 Uhr ein Rabbiner nochmals das Wort ergriff und seine Ausführungen von der Konferenz mit tiefem, respektvollem Schweigen angehört wurden, konnte ich erkennen, daß die ״Ehre der Thora“ in den Herzen der Poalim feste Wurzeln hat. Das ist ein Kapital der Thora, das von ihren Trägern sorgfaltig verwaltet werden müßte. Nicht immer mag es gelingen, Reibungen zwischen Landes- Organisation und Organisation der Poalim zu vermeiden, selbst wenn ein klares Statut die Beziehungen regelt. Unerläßlich erscheint es mir daher, daß die Weltexekutive sich intensiver mit dem agudistischen Poel befaßt, als dies bisher der Fall war. Der Poel, auch der ihm wesensverwandte Hachscharist des Noar Agudati in Deutschland, muß wissen, daß als oberste Verwaltungsinstanz die Weltexekutive besteht, an deren Neutralität schlechterdings nicht zu zweifeln ist. Der Weg der Beschwerde bei der Weltexekutive muß der Organisation der Poalim offen stehen. Aber auch aus eigener Initiative wird die Weltexekutive sich für den agudistischen Poel interessieren, um etwa vorhandene Konfliktsstoffe rechtzeitig wahrnehmen und wegräumen zu können. Gelingt es