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Nahalat tsevi · 1935-08-01 · Heft 11-12 (August 1935) · p. Seite 339

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 11-12 (August 1935)
Date
1935-08-01
Page
Seite 339 (sequence 49)
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339 als Organismus entwickeln und ein geschichtliches Leben leben. Der Agudismus schützt den Poel vor der Herzensverengung des Klassenkampfes und des Klassenhasses. Der Organismus der Thora ist eine unteilbare Einheit. Aber die Härte des jüdischen Arbeitgebers, der seine Fabrik dem Poel verschließt, aber die Profitgier des Unternehmers, der den Poel um seinen Lohn betrügt, aber die ekle Leidenschaft des Spekulanten, der mit geronnenem Men־ scbenschweiß spielt, aber die Besitzvergötterung des Nimmersatten, der Grundstück an Grundstück reiht und Reichtum auf Reichtum häuft: der Agudismus lehrt den Poel, all diese sozialen Erschei־ nungen als wahre Hemmungen des kommenden Gottesstaates erachten und ohne persönlichen Haß und ohne persönlichen Neid im Namen des Thoravolkes und des kommenden Gottesstaates bekämpfen. Der Poel, der innerhalb der Agudo für das Recht der Thora und die Gerechtigkeit der Thora kämpft, erstrebt kein Klassenziel, sondern das Gesamtheitsziel des Organismus der Thora. So macht der Agudismus aus dem Poel in all seiner Armut und Kärglichkeit einen freien und stolzen jüdischen Menschen. Er verleiht seinem Leben Würde und gibt ihm Stil und Haltung. Den Gottesstaat der Zukunft reicht er ihm als Heimat der Seele und als Strebeziel nationaler und zugleich sozialer Erlösung. Der agudistische Poel und das agudistische Erez Jissroel sind wesensgleich. Der agudistische Poel baut in sich selbst und um sich selbst, durch sein Leben und seine Werbekraft, den Organismus der Thora auf, dessen das agudistische Erez Jissroel bedarf, und der ohne das agudistische Erez Jissroel nicht denkbar ist. Er baut ihn auf, indem er jene Einheit in sich zu verkörpern sucht, der die flammende Sehnsucht all unserer Propheten galt: die Einheit von Thora, Gesellschaft und Nation. Diesen Agudismus in die Herzen der Poalim zu pflanzen, wird die neue Leitung besondere Vorkehrungen zu treffen haben. Die Wochenschrift der Poalim wird nach Umfang und Inhalt auszugestalten sein, und sie muß in den Dienst der Idee gestellt werden. Vor allen Dingen wird es auf die Einrichtung von Führerkursen ankommen. Ohne Arbeiter-Persönlichkeiten, die von der Idee des Agudismus ganz erfüllt sind, hat die Bewegung keine Zukunft. Latente Kräfte sind, davon durfte ich mich persönlich überzeugen, genug vorhanden. Aber sie müssen entwickelt und in die rechte Bahn geleitet werden. Häufigere Bezirkstagungen müssen Anregungen bringen. Wanderredner, selber überzeugte und

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