Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 11-12 (August 1935)
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 338 (sequence 48)
- Belongs to
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335 Gottes gefunden werden können, der nach dem Abfall der Menschheit dem Volke des Gottes Abrahams anyertraut ist. Der Poel muß wissen, daß letzten Endes der Sozialismus, trotz des Gewandes der Wissenschaft, in das er sich so gerne hüllt, dennoch Sache des — Glaubens, seine Lehre im tiefsten Grunde eine — Erlösungslehre ist, wir aber es seit Jahrtausenden besser wissen: nicht der Sozialismus, sondern Gott als Völkerkönig ist es, der durch sein Recht und seine Gerechtigkeit die Völker erlöst, und der in Zion Thronende ist es, der durch seine Thora sein Volk in seinem Lande aus den Ketten der Gewalt und der Bedrückung befreit. Der Agudismus soll in unserem Poel wahrlich nicht das Gefühl für das große soziale Unrecht, das auf der Galutherde sich breit macht, irgendwie abschwächen oder gar die Thora als ״Religion“ mißbrauchen, um seine Empörung über das soziale Unrecht zu dämmen. Aber er soll ihm die Augen darüber öffnen, daß keine nationalökonomische Theorie das soziale Problem des Volkes der Thora zu lösen vermag, daß vielmehr erst der Gottesstaat der Zukunft, wie er dem nationalen Leid des Volkes der Thora die Heilung bringen, so auch seinem sozialen Leid ein Ende bereiten wird. Und hier ist die Stelle, wo dem Agudismus das Problem des Poel in das Erez Jissroel-Problem einmündet. Denn der Agudismus stellt dem Poel den Gottesstaat der Zukunft nicht als ein in Tatenlosigkeit zu erharrendes Ideal hin, sondern fordert ihn auf, ob in Erez Jissroel oder in der Gola, der Heranbringung des Gottesstaats der Zukunft sein Leben zu weihen. Der Agudismus weitet das persönliche Leid des Poel zum nationalen Leid aus, indem er ihm zeigt, daß die Wurzel seines Leides und des Leides der Nation die gleiche ist: die Gottesferne des Galuth. Der Agudismus weitet die persönliche Hoffnung des Poel zur nationalen Hoffnung aus, indem er ihm beweist, daß nur die Gottesnähe des Thorastaates um Zion seiner und der nationalen Hoffnung am gleichen Tage die Erfüllung bringt. Der Agudismus lehrt den Poel, die harten Zeiten der Gegenwart mit dem kommenden Gottesstaat in unmittelbare Verbindung bringen und macht den Aufbau des Thoravolkes in Erez Jissroel und in der Gola zu seiner Lebensaufgabe. Der Agudismus öffnet dem Poel die Augen für die unermeßliche Bedeutung seines persönlichen Daseins in all seiner Armut und Kärglichkeit: die Thora bewußt ins Leben tragen, die Thora bewußt im Leben bewähren, den neuen Typ des mit allen Fasern seines Seins im Gottesstaat der Zukunft verwurzelten Thora-Arbeiters durch sein Leben gestalten, heißt das Thoravolk