Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 11-12 (August 1935)
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 332 (sequence 42)
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332 lichkeit zugewandt sein muß, von deren Galuthverstümmelung sich der eben geschilderte Teil der Jugend mehr oder weniger abschließt. Der Agudismus dar! nicht Vergangenheit und Zukunft zusammenschließen und die Gegenwart in all ihrer geschichtlichen Episodenhaftigkeit ignorieren. Ihm gilt in geschichtlicher Schau die Gegenwart als triebkräftige Vorbereitung der Zukunft, und er muß ihrer habhaft werden, wenn er wirkliche Aufbauarbeit leisten soll. Nicht im Himmel ist die Thora und nicht nur das Jenseits ihr kommendes ßeich. Hier auf Erden ruft sie nach Volk und Land, und das Beth Hamidrasch ist die Quelle ihrer Kraft, aber nicht die Stätte ihrer Bewährung. In ihrem kommenden Beich werden ganz gewiß erlesene Geister der wonnevollen Mühe ausschließlicher Theorie sich hingeben, aber die Masse wird die prangende Fülle des Lebens, die Wirklichkeit in ihrem bunten Widerstreit an sie herantragen, daß sie mit ihrem Herrschwort das Leben gestalte, den Widerstreit in Harmonie auflöse. An der Wirklichkeit, an dem Leben von heute muß der Agudismus die Kraft der Thora erproben, um der grandiosen Aufgabe von morgen gewachsen zu sein. Aber diese Wendung des volkaufbauenden Agudismus zur Wirklichkeit des währenden Galuth, so notwendig sie ist, da der Nationalismus der Völker und der Zionismus von Juden die Galuthfestung der Thora umstellen, da die wachsende Not des Verdrängungsprozesses immer wieder Menschen aus der Festung herausholt und dem sicheren Verderben ausantwortet: so groß sind ihre Gefahren. Thora und Wirklichkeit, und gar diese Wirklichkeit, zu einander volkaufbauend in Beziehung setzen, ohne daß die Wirklichkeit, mit Macht hereinstürmend, der Thora Gewalt antut: nur im Hinblick auf das immer noch vorhandene Beservoir einer Jugend, die trotzig und entschlossen das Beth Hamidrasch als ihren eigentlichen Lebensraum erachtet, kann der Agudismus das notwendige Wagnis auf sich nehmen. Liefert diese Jugend auch nicht die Bausteine zum agudistischen Volksaufbau, so bildet sie den unentbehrlichen Mörtel, ohne den der Volksaufbau der Thora zu zerfallen droht. Aber die Bausteine sind die agudistischen — Arbeiter. Sie sind der Teil der thoratreuen polnischen Jugend, der danach strebt, dem Verdrängungsprozeß Folge gebend, sich in der Wirklichkeit durch produktive Arbeit der Hände ein neues Dasein zu schaffen, das dem Dasein des Arbeiter Standes glücklicherer Völker entspricht. Sie sind der Teil der thoratreuen polnischen Jugend, der mit der Thora den Sprung in die harte Diesseitigkeit der