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Nahalat tsevi · 1935-08-01 · Heft 11-12 (August 1935) · p. Seite 315

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 11-12 (August 1935)
Date
1935-08-01
Page
Seite 315 (sequence 25)
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315 Charakter haben. Eis bleibt jedoch als feste Größe die auf Tradition beruhende Weltschöpfungsära, die nur in anderer Weise als vom ״Seder Olam“ versucht mit den 480 Jahren in Einklang gebracht werden muß. Dem Wunsche der verehrten Red. entsprechend, möchte ich mich möglichst kurz fassen und nur auf das Wichtigste eingehen. Die Absicht meines Aufsatzes scheint mir klar gewesen zu sein. Ich versuchte nachzuweisen, daß nach dem augenblicklichen Stand der Wissenschaft gar kein Grund vorliegt, den Auszug aus Ägypten in das XIV. oder gar XIII. Jhrh. v. d. übl. Zeitr. zu setzen, und daß deshalb eine Umdeutung der Zahl 480 in Mlachim I, 6,1 unnötig ist. Diese wäre nur dann nötig, wenn wir die Weltschöpfungsära als eine auf Tradition des Höchsten Gerichtshofes beruhende ansehen würden. Für seine diesbezügliche Annahme hat Dr. B. keinerlei Beweise geliefert. Wenn wir diese Ära aber als nicht verpflichtend ansehen, können wir ja ruhig den Tod Jakobs um das Jahr 1660 setzen — denn das Datum 1505, das Dr. B. gegen mich ins Treffen führt, steht ja nicht in der Thora. Gegen die Deutung des Herrn Dr. B. spricht: 1. finden wir nirgends die Worte לצאת ב#י מארץ מצרים in seiner Deutung. Vielmehr ist damit überall der Auszug selber gemeint. 2. Nach der Datierung sowohl von Dr. B. wie auch לבהדול״ח von M. wären zwischen der Eroberung Transjordaniens und dem Regierungsantritt Jiphthachs ca. 200 Jahre (vgl. bei Marcus S. 37). Nach den Worten Jiphthachs selbst (Schophtim 11,26) aber 300 Jahre. Die Erklärung dieser Schwierigkeit, wie sie M. versucht, ist ja äußerst gezwungen (vgl. dort S. 39). Aus diesen Gründen nehme ich eher an, daß die Sätze in Mlachim und in Schophtim in ihrem einfachen Wortsinn zu deuten sind und daß unsere Weltschöpfungsära eine errechnete und nicht auf einer Tradition beruhende ist. Zum Alter dieser Ära vgl. auch Asarjah de Rossi; Im re Binah Cap. 25. Was Rabb. C. für die Deutung von M. ins Treffen führt, will mir ebenfalls nicht einleuchten. Die Umdeutung der Zahl 430 bezw. 400 in der Thora geschieht aus einer inneren Notwendigkeit, d. h. sie ergibt sieh aus der Thora selbst. Nun ist dabei noch eine solche Deutung im Thnach an mehreren Stellen notwendig und üblich (vgl. Ibn Esra u. Ramban zu Schmoth 12,40, wo weitere Beispiele angeführt werden); dem gegenüber wäre eine ״symbolische“ Deutung ein Novum und Unicum. Betreffs der Schwierigkeiten mit unseren kalendarischen Ausrechnungen verweise ich auf De Rossi Mazreph lakeseph und auf das von M. zitierte Wort אתם אפילו שוגגים אתם אפילו מזידים. Nur im Falle wenn die Schwierigkeiten, auf die M. hingewiesen hat, unüberwindbar wären, könnten wir seiner Theorie — wohl mit der Modifikation des Herrn Dr. B. — zustimmen. Da dies aber nicht der Fall ist und der oben angeführte Satz aus Schophtim auch gegen diese Deutungen spricht und in der Wissenschaft heute der Auszug im allgemeinen in das XV. Jhdt. gelegt wird, glaube ich diese Deutungen ablehnen zu müssen. Mein Wunsch nach Quellenangaben basierte auf der Überzeugung, daß das Buoh von M., dem ich recht viele Leser wünsche, dadurch nur gewinnen kann. Jede Behauptung soll doch leicht nachprüfbar sein. Und dies ist auch beim Buch von M. notwendig. Ich möchte nun dafür ein Beispiel bringen.

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