Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 11-12 (August 1935)
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 312 (sequence 22)
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312 um ihn ohne objektive Gültigkeit unserer üblichen Weltjahreszahl zu recht־ fertigen. Die oft mehr leidenschaftliche als deutliche Ausdrucks weise Mar eus’ läßt (M. S. 19) allerdings die Unterstellung zu, er habe die Zahl 480 als durch Salomo den Ägyptern nachgeschrieben angesehen. Doch bezieht sich die Entlehnung wohl nicht auf den Bericht, sondern auf die symbolische Methode, die ja das Denken des ägyptischen Kulturkreises kennzeichnet, über den sich ein Salomo in seiner (Num. 12,8) bildhaften Prophetie doch nicht im selben Maße erheben konnte als Mose in seiner bildlosen Prophetie. Anders verhält es sich mit R. Joße b. Chal., der (M. S. 13) im Seder Olam ganz wohl gutgläubig sassanidische Geschichtsirrtümer übernommen haben kann. In dieser Konfrontation Thora-Prophetie-Tannaim ist geradezu ein Paradigma des geistesgeschichtlicben Schemas zu sehen, welches M. schon im Barsilai so klar entwickelt hatte, — wofür auf diesen verwiesen sei. — Herr Dr. K. vermißt in der M.’schen Schrift nähere wissenschaftliche Quellenangaben. Diese hätten aber ohnedies nur in einigen Spezialfragen einen Wert und brächten uns auch keine Aufklärung darüber, wie wir den ganzen Auszug in die frühe Zeit um 1460 a plazieren können, ohne einer ganzen Reihe sprachlicher und sonstiger Schwierigkeiten zu begegnen, die K. ja selber 244/5 aufrechnet. — In einer früheren Schrift Is. Breuers meine ich die Marcussche Zahl 1312 a für den Auszug übernommen gesehen zu haben. Auch hätten Quellen-Fußnoten wohl nur für einen beschränkten Leserkreis Interesse. Daher möchte ich für den Fall, daß der nun publizierten *Chronologie“ eine Neuauflage oder Neubearbeitung beschieden ist, nur meinen hierzu jüngst im Israelit wohl vielen Lehrern aus der Seele gesprochenen Wunsch wiederholen: Ein guter Lehrbuch-Verfasser möge, — notfalls ohne Jahreszahlen, aber mit deutlicher und bildreicher Illustration der Kulturepochen, eine brauchbare, dogmatisch unanstößige, fesselnde Frühgeschichte Israels zwischen den Völkern liefern, aus der unsere Kinder ersehen, daß unseres Gottes Erziehungswerk an uns sich nicht in einer erträumten Sagenwelt, Bondern mitten im pulsierenden Leben der Antike und der Vorzeit vollzogen hat. Wer mit Kopf und Herz liest, wird finden, daß eine Vorarbeit hierzu und nichts weiter zu sein auch das Ziel der Marcusschen Chronologie ist, und wird dem Marcusschen Werke selber nur eine accuratere Form wünschen, als sie dem Verfasser selber zu schaffen in seinem rastlosen Leben vergönnt war. Die Druckfehler beginnen schon bei der astronomischen Angabe רי״ד auf Seite 2, die nicht 6 Tage, 10 Std. 4 Chalakim, sondern 6 Tage, 14 Std. und 0 Chalakim lauten soll, — und ziehen sich bis zum Schluß hindurch. Vielleicht ist es einem geruhsamer postierten Thora- und Geschichtsforscher der Gegenwart vergönnt, den begeisterten Worten Marens’ auch das ihnen zukommende Gewand zu geben. — .מקום הגיחו לו אבותיו להתגדר בו Der Verzicht auf Jahreszahlen kann leichter als der auf Bestimmbarkeit der Kultarepochen ertragen werden. Doch ist es betreffs des letzteren für uns wohl schon zur Denkgewohnheit geworden, die Zeit Josefs mit der Echinatons (Amenophis IV.) als identisch anzusehen, — und die des Auszugs mit der des Menephtah. — Letztere Annahme hörte ich auch wiederholt von Dr. Jampel, der gewiß nicht in unserem Sinne dogmatisch gebunden vorging.