Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 11-12 (August 1935)
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 302 (sequence 12)
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302 stand und niemals von dem Punkte ab wich, auf dem die Väter und Urväter gestanden, hatte er die Ueberzeugung, daß, um diese Auffassungen wirklich in die neue und erneuerte Welt einzuführen, zuerst ein seelisch es Verhältnis zwischen der neuen und der alten Generation bestehen müsse. Die Verehrung dieses Mannes für die Jugend im allgemeinen und die Jugend Erez Israels im besonderen, deren Weltanschauung vor! der seinen weit entfernt war, glich dem Verständnis eines Vaters für seinen Sohn, den er erziehen und sich näher bringen will einzig und allein durch Verständnis und durch Liebe. Und dieser Mann verteidigte seine Auffassung. Viele kennen sicher die wunderbare Antwort, die er einem sehr bedeutenden Rab״ biner gab, als dieser vor ihm über sein Verhältnis zur antireligiösen Jugend, die er anerkenne und verehre, Klage führte. Er fragte den Raw Kook: ״Wie kannst du mit diesen Mensehen gemeinsam arbeiten?“ Die Antwort aber war: ״Ihr wißt, daß zur Zeit, da der Tempel stand, es darin eine Vorhalle gab, das Heiligtum selbst und das Allerheiligste. Und es gab Grenzen für jeden einzelnen Teil des Volkes, welchen Ort er betreten dürfe, welcher Ort ihm zu betreten verboten sei und in welcher Form sich jeder am Tempeldienst beteiligen dürfe. Es gab Kohanim, Leviim, Israeliten und eine gesonderte V >rhalle für Frauen. Das alles — sagte der Verewigte — gab es zur Zeit, da der Tempel bereits stand. Aber zu der Zeit, da man den Tempel baute, gab es keine Scheidemauern. Damals hatte jeder das Recht, ins Allerheiligste einzutreten, denn es war die Zeit des Bauens. Heute — sagte er — bauen wir den dritten Tempel. Wir sind jetzt in der Zeit des Bauens, und es gibt keine Scheidewand zwischen der Jugend und uns, zwischen den Orthodoxen und den Freigeistern. Und wir alle haben ein Ziel: Laßt uns erst das Heiligtum bauen, dann werden wir weiter reden.“ Das war seine Weltanschauung vom ersten Tage, da er im Lande erschien, bis zum letzten Tage, bis zu seinem heutigen Hinscheiden . . .“ Und dann sprach ein Religiöser, Rabbiner Meir Berlin. Berichtigte, ergänzte er die Worte des Vorredners? Brachte er sie dem Verständnis des thoratreuen Volkes näher? Nur eine einzige Stelle seiner Rede läßt aufhorchen, und sie deckt sich völlig mit dem eben Gehörten: ״. . . Der große Rabbi Jizchak Hakohen Kook liebte das Volk Israel, wie nur ein Vater seine Kinder liebt. Nach ihm ist keiner geblieben, der so heiß sein