Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 11-12 (August 1935)
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 301 (sequence 11)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2551369-2551405-2551411--1985-2553505- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
301 An! hohen stürmischen Wegen wird das Fahrzeug der altjüdischen Tradition in Palästina umhergesehleudert. Unbeteiligter Zuschauer ist keine jüdische Seele. Angesichts des materiellen Aufbauwerdens ist ein Schwanken in Erscheinung getreten. Man steht vor der sehr, sehr ernsten Entscheidung, ob man — zum ersten Male in der jüdischen Geschichte, einer Gemeinschaft zustimmen soll, welche nach Einrichtung und — im Prinzip — nach ihren Trägern in Bezug auf die Religion im besten Fall indifferent ist. Es ist heiße Wehmut, die sieb des Fuhlens da bemächtigt, mündend in ein entsagungsreiches ״wenigstens״. Wenigstens, wenn man schon die Gemeinschaft nicht in den Rahmen der Religion spanuen kann, wenn also zwei Jahrtausende fast umsonst für die Treue zu des Allmächtigen Wort gelebt, gelitten und auch geopfert haben, wenigstens wollen wir die Kehillah retten-. Freilich, die Welt wird sagen, da steht wieder einmal die ״Orthodoxie״ mit verschränkten Armen angesichts einer so großen, bedeutsamen Wende in der jüdischen Geschichte. Mag sein, aber man sollte jedoch im Elul an Noah denken, der seine beengende Arche erst dann verließ, erst dann wieder den Fuß auf die Erde wagte, als diese wieder der Entfaltung einer Kultur nach dem Geheiß des Allmächtigen Raum gab. Beten sollte man, beten, daß der Allmächtige all denen, welche im heiligen Land und außerhalb desselben für die Entwicklung der Dinge in Palästina der alten Heiligkeit eine Gasse bahnen möchten, Erkenntnis, Mut und Größe verleiht. P. K. Oberrabbiner Kook s. A Von Dr. Isaac Breuer. I. Mitten in die Beratungen des 19. Zionistenkongresses kam die Nachricht vom Heimgang des rabbinischen Oberhauptes der Kenesseth Jisrael. Der Kongreß unterbrach seine Sitzung und veranstaltete noch am gleichen Abend eine Trauerkundgebung. Es sprach zunächst Herr Ussischkin, Worte ehrlicher Ergriffenheit, offene, mutige Worte, sichtlich dazu bestimmt, der höchst eigenartigen Persönlichkeit des Heimgegangenen, seiner höchst eigenartigen Beziehung zum Zionismus und dem zionistisehen Palästina gerecht zu werden: ״. . . Während er mit beiden Füßen auf dem Boden der alten, traditionellen Auffassung