Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 269 (sequence 43)
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269 ebnen geneigt iß. - Ruhmreiches Ja’kauw-Jißroeil — trotz allem! - - - Es macht felbfiredend nur die ßatutarifche Verpflichtung und die ernfte Führung zur Pflege folcher gottesftaatlichen Kultur eine Gemeinde zu einer jüdifchen. Wie unfagbar ftolz mühten ihre Mitglieder (ich fühlen! wie dankbar müßten fie ihr die Steuern leiften! wie mit banger Freude (ich drängen zum Dienft in ihr! wie begierig in ihrer Erziehung untertauchen! und ihre Führer — ihre Betten! Mag diefe jüdifche Gemeinde die ärmtte und kleinfte fein, fie wird je nach ihrem Fortfehritt und Erfolg in der Pflege folcher Kultur mehr und mehr zum geliebten Kleinod Gottkönigs, zum gefittetften Gaft, zum Segenfpender ihres Wirtes, zu einer Mutterftadt in Jißroeil, würdig, den dritten Gottesttaat zur Welt zu bringen. Daraus folgt, daß eine Gemeinde, deren Statuten und Führung diefer gottesftaatlichen Tendenz widerfprechen, nicht verdient jüdifche Gemeinde zu heißen, ja überhaupt keine gemeindliche Exiftenzberechtigung hat60; ihre Kundgebungen find Willkür, ihre Führer — Verführer, ihre Geführten — ein Jammer. Ganz abgefehen von der neuzeitlichen Schande, der führenden Repräfentation gottesvolklicher Gemeinfchaften durch bekenntnis- und gehorfamsflüchiige Perfonen, was in andern Bekenntniskreifen kaum feinesgleichen finden dürfte,61 und wobei man nicht weih, ob man (ich mehr über die ehrvergeffene Nachficht der Geführten wundern foll oder über die anmaßende Taktlofigkeit der Repräfentanten, welche augenfcheinlich die alten Befürchtungen unterer Weifen hinfichtlich der Entwicklung im Goluß62 aufs traurigfie beffätigf. Die bewußten Anhänger Gottkönigs inmitten diefer Gemeinde werden fich nur einem wirklich übermächtigen Zugehörigkeitszwang und auch dem nur mit zunehmend verbittertem Groll fügen. Sie werden das wahre Wefen der jüdifchen Gemeinde nicht mit den formenden Beftimmungen eines Landesgefetzes, dem fie etwa unterworfen iß, verwechfeln, fondern unverfälfeht im Herzen und im Auge behalten und, unbeirrt durch fcheingemeindliche Arroganz, die Pflicht zu echter Gemeindebildung als ihre Lebensaufgabe betrachten. Aber zu echter Gemeindebildung! Wie leicht verfängt fich im Geffränge des .Austrittes״, 60 Ow. II 4 u. IV t1 R Jauno. 61 s. z. B. E. Munk (i. Festschr. f. Jac. Rosenheim, Frklt. a. M. 5691): D. Entwicklg. d. preuß. Synagogen gemeinden u. s. w. 62 s. 0. K. 27. Ende.