Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 268 (sequence 42)
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26S es ihm auch helfen, ihnen gleich zu tun? Entzieht fich unter Volk der Gottesftaatlichkeit, fo gewinnt es doch die leibliche Ganzheit nicht wieder, politifche Macht und Unfelbftändigkeit find ihm vertagt, und es würde rettungslos zum kompletten Krüppel, feelifch und leiblich, nicht ״Fifch" und nicht ״Menfdi".5’ 50 aber, in gottesftaatlicher Treue, bewahrt es lieh die feelifche Freiheit, und dann hat auch das Goluß an feiner, der jüdifchen kulturellen Aufgäbe im Grunde nichts geändert. Hat uns der Verluft von Land und Macht weitabgewandt gemacht? Erdgeruch beraufcht uns freilich nicht. Aber kein Volk, fitzt es forglos, fatt und ficher auf feiner Scholle, kann untere in fchmerzlicher Sehnfucht unfterbliche Verbundenheit mit dem Heimatboden auch nur ermeffen. Und hat es Sorgen, fo nur die eigenen; wir aber müffen die Sorgen aller Völker mitfragen. Es gibt überhaupt keine innigere Weltzugewandtheit als die bewußter Juden im Dienfte triebgezähmter, felbftlofer gottesftaatlicher Kultur. Wir fuchen die Welt; denn Gott will fie. Eines aber hat lieh ins Gegenteil gekehrt: die Stimmung. Prunklos und ernft ift, was wir zu fchaffen haben, und wahrhaftig nicht leichten Weges. Wie zaghaft, wie befehwerlich ift alles ohne die wunderfame Führung des רוח הקודש, ohne die Gnadenhilfe der קרבנות. Als die heilige Kette der סמיכה riß, - wie kraftlos wurden wir. Ach, einft, unter den Strahlen der Sch’chino in unterem Boden, dem unvergeßlich geliebten, verwurzelt, da konnten wir noch Gottes Lieder fingen. Nun überragt den Gipfel jeder Freude die bittere Trauer um entfehwundene Sch’chinonähe58-. Und doch! dennoch! - vielleicht ebenfo groß, wie diefe Trauer, ift die dankbare Freude, trotz allem noch in vorderfter Reihe an der Verwirklichung des Gottesreiches teilhaben zu dürfen59 שמחה של מזנוה. Auch der Golußjude darf lachen. Ift gottesftaatliche Golußkultur prunklos und ernft und nicht leichten Weges, fo ift fie doch noch immer unvergleichlich erhaben. Sie wird (anders als fonft irgendwelche Sfaatskultur) ganz ohne Macht und Zwang in völliger Freiheit geleiftet! (Alfo doch wieder Fortfehritt??) Und fie vermag auch das Schaffen einer fch’chinofernen Menfchheit in Gottes unfterblichen Willen mit einfließen zu laffen, wenn es nur ihrem gefetzestreuen Aniwuß den Weg zu 57 B’r. 61b (I 48!6 u. Aw. s. 3 b (Chab. 1!4)) שועל טפש. 58 T’h. 1262, 137; A. Ch. 13, 560, 580 3• ® T’h. 1002; V 2847; B’r. 31a; Schab. 30b; P’ß. 117a; T’h. 11824 Jalk.; Ramb. לולב VIII 15.