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Nahalat tsevi · 1935-06-01 · Heft 9-10 (Juni 1935) · p. Seite 267

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 9-10 (Juni 1935)
Date
1935-06-01
Page
Seite 267 (sequence 41)
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267 Die Mamlecheß-Kauhanim-Qualität ift höchfler Adel. - - Ift reinere, wahrere, edlere Kultur denkbar? Iß fowas überhaupt möglich? Es ift möglich. Audi heute noch kann jede Golußgemeinde an diefer Kultur mitwirken. Und diefes Können beweift, daß Gott uns die Gnade gottesfiaatsvolklicher Berufung bis heute nicht entzogen hat, und es vervollftändigt das Zeugnis, das aus dem Wunder unteres Fortbeftandes fpridit. Was hat das Goluß an diefem Kulturplan geändert? Unfere Leiblichkeit iß gebrochen. Aus dem Heimatboden herausgeriffen, ins Innuj gefeffelt, fo hinken wir unter dem graufamen Spott des herzlofen Unverßandes durch die Gefdiichte. Konnte unfere Kultur davon unberührt bleiben? Gewiß, gottesftaatliche Kultur ift nichts anderes als Entwicklung zur Tauro hin, und die Lehre der Tauro unterliegt weder der allgemeinen Veränderung (dem Schickfal alles Gefdiöpflichen) noch der reifenden Entwicklung (der Werdeform gefchöpflichen Lebens); denn fie ift das Gefetz der Schöpfung,53 und der Schöpfer felber, der Hüter Jißroeils, wacht über ihr. Aber wie vielen Mizwauß hat doch der Chorbon den Boden entzogen!54 Und nun - o Jammer! — kann auch die Tauro (und felbß über ihr eigenftes Land!) nur hinkend fchreiten. Nicht allein die Sch’chino unferes Gottes und fein Volk, fondern auch fein Wort ift im Goluß. - Immerhin iß uns das Lernen und - Beten der ganzen Tauro geblieben, und das ift fürwahr nicht wenig! Denn das ift die ungeschmälerte Pflege der Gefinnung aller Mizwauß, auch der prakiifch geßörten. Und die Gefinnung war doch noch in Zeiten unbehinderter Erfüllung fchon die halbe Tat.55 So ließ uns Gottes Gnade bei allem Weh und Ach, das unfer leibliches Volkstum traf, doch noch den Hauptteil unferer Kultur, die Kultivierung feelifchen Volkstums. (Nicht umfonft fleht Mamlecheß-Kauhanim vor Gauj-kodaufch). Seelifch find wir gottlob keine Krüppel, folange wir uns in Gedanke, Wort und Tat zur totalen Gottesftaatlichkeit bekennen. Iß das nicht taufendmal Schöner, ais in leiblicher Ganzheit, dabei aber feelifch verkümmert die Gefchichte zu belaßen? Darum hatten ja auch die weifen Väter des zweiten Staates den Mut gefunden, wiffentlich das Schickfal entmachtender Beschränkung für ihr Volk zu wählen.56 Der bewußte Golußjude beneidet die Völker nicht. Und was würde מ B’r. r. 1! (Mischl. 8). 54 s. 0. K. 25 Anm. 3. 55 Ssanh. 106b (Sch’m. 1167); M’n. Ende• — Betr. Lernens u, Betens s. w. Anm. 71. 56 s. o. K. 78 Anm. 1.

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