Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 263 (sequence 37)
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dem wir fie durch felbftverfchuldeten Innuj entmachtet haben). Eine Wunderpflanzung Gottes, die in ihrer natürlichen w^S-Treue fich verzweifelt wehrt gegen kunßgärtnerifdie Verunftaltungen, die fie zu ״verfchönern״ wagen (als ob, wenn wir uns über fie hinwegfetzen, fie fich ändern und ״die Halacha fich entwickeln" müffe!). Der Hüter Ji&roeils wacht auch über ihr. Da ift nun alles: Denken und Handeln und Gemeinfchaft- Bauen und -Verwalten, und alles gottesftaatlich echt. So wird die jüdifche Gemeinde zur Hüterin gottesftaatlicher Kultur. Die eigentliche allmenfchliche Kulturaufgabe ift die Gottesreichsbereitung in leiblich-feelifcher Harmonie. Doch fchon früh brach fie in zwei polar gefchiedene Bereiche auseinander. Zum Ausdruck kam der Bruch in der Berufung eines Goltesfiaaisvolkes gegenüber der in Völker gegliederten Menfchheit. Im allgemeinen heifil nun Kultur die eigene Art, nach der in einer Menfchengruppe lieh die autonome wirtfchaftspoliiifche Tat mit dem natürlichen Gefchick auseinanderfetzt und vereint. Die Kultivierung gilt (einfchlie&lich Wiffenfchaft und Kunft) letzten Endes den im Sinnlichen wurzelnden Lebensvorgängen. Es ift allemal Kultur leiblichen Volkstums, die, bei aller bewundernswerten Grobe ihrer Leiftung, zwifchen Natur und Geift gefangen ift, den Hunger der Seele nicht füllen kann und das Seelifche nur foweit aufnimmt, wie es (ich dem autonomen Geift zur Bedienung des Leiblichen (im weiteften Sinne) fügt. Hingegen ift gottesftaatliche Kultur die dem (Gottesftaatsvolk eigene (und allen Menfchen mögliche) Art, nach g ttköniglichem Willen geftaltetes leibliches Volkstum mit feeli ehern Volkstum zu krönen, ift Kultivierung des Irdifchen als Seatfeld, mehr noch: als Herzprovinz des Gottesreiches. Mit anderen Worten: fie ift die Kunft, die Freiheit menfchlichen Wollens mit der Freiheit göttlichen Wollens in Einklang zu bringen.42 - Wo andere Kulturen aufhören, da erft beginnt die gottesftaatliche. Ihr ift das Streben zur allmenfchlichen Kulturganzheit in leiblich-feelifcher Harmonie wefentlich und bewu&t zu eigen. Als wirkfam zeigt fich diefes Streben zur Gottesreichsbereitung aber auch im Völkerleben, aller Autonomie zum Trotz. So ge- 42 s. עלינו; Ow. II 4. — Den Kulturbegriff drückt d. Tauro offensichtlich mit מעשה ארץ aus, z. B. III 183, 2224; das beleuchtet Stellen wie V 4!4, 528■ 6!, 12!, auch Jir. 923, 23 5, 33!5. Er scheint oft auch in ארץ allein enthalten zu sein, z. B. I 65 u. ברכת לחם מן הארץ (Kunstproduktl — dagegen ב׳ פרי האדמה); vielleicht sogar auch in עשה allein, z. B. 123U. II31!5.