Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 252 (sequence 26)
- Belongs to
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252 auch diejenigen, welche er vorher, wenn 61e für משכב ומושב geeignei waren, untergetaucht hatte. — Die Entstehung der Judenassimilation und deren Ideologie. Von Jakob Katz. (Fortsetzung.) Der vorassimilatorische Zustand. Die Frage nach der Entstehung der Assimilation setzt eine Wandlung in der Verhaltungsweise der Juden zu ihrer Umwelt und umgekehrt voraus. Um diese Wandlung zu verstehen, müssen wir uns über das Verhältnis der Juden zu ihrer Umwelt in der vorassimilatorischen Zeit ein Bild machen können. Nur wenn wir dieses ״Bild“ haben, können wir die Bedeutung der einzelnen Momente der Wandlung richtig einschätzen. Da das Problem ״Ge- Seilschaft und Juden“ eine ״nieversuchte“20) Aufgabe ist, muß hier etwas weiter ausgeholt werden. Die Bezeichnung ״vorassimilatorische Zeit“ soll nicht besägen, daß das Ende dieser Zeit genau auf das Jahr oder auch nur auf das Jahrzehnt anzugeben ist. Auch noch nach dem eindeutig nachweisbaren Beginn der Assimilation dauerte das alte Verhältnis der Juden zur Umwelt fort. Nur entsteht neben diesem alten Verhältnis der meisten Juden ein neues Verhältnis gewisser Juden zur Umwelt. Und in dem Maße, in dem die Zahl der Juden mit dem neuen Verhältnis zur Umwelt wächst, wird man von einer Erweiterung der Assimilation reden können. Zur Charakterisierung des vorassimilatorischen Zustandes gehört die Tatsache, daß die Juden im Sprachgebrauch jener Zeit eine Nation heißen. 21) Sie nennen sich selbst so und werden auch von anderen so genannt, wenn nicht von Einzelnen, sondern von ihrer Gesamtheit die Rede ist. Dieser Sprachgebrauch ist bis zum letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts ganz allgemein. Die 20) S. Stern a. a. O. Bd1. I, S. 153. Wir könnendas Problem nur für die Zeit behandeln, die uns in׳ unserem Zusammenhang beschäftigt, also für das Ende des 17. und die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts. 21) So fast in allem später zitierten! Quellen1. Mehrere Zitate sind zusammengestellt bei M. Mieses: ״Die Entstehungsursachen der jüd. Dialekte“, 1915, S. 89—90.