Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 251 (sequence 25)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2551369-2551405-2551410--1930-2553449- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Wenden wir ans niin der Stelle 8. B. M., Kap. 14, Vers 47 zu. Hier handelt es vom Betreten eines aussätzigen Hauses. Verweilt der Mensch in einem solchen Hause, solange als man ein halbes Weizenbrot in üblicher Tischlage mit Beispeise genießen kann, so werden mit ihm die Kleidungsstücke, die er während dieser Zeit trägt, unrein. Hierzu bemerkt der Sifro: אפילו לבוש עשרה סבריקים ועטוף עשרה פוליינות כולם טהורים עד שישהא כדי אכילת פרס. Der בעל חפץ חיים וצ״ל gibt dazu folgende treffliche Erläuterung: ״Man hätte meinen können, die Kleider, die er nicht zur Bekleidung benötigt, die er also überflüssigerweise trägt, würden nicht mehr als Kleider, sondern als selbständige Geräte betrachtet und würden dementsprechend sofort beim Hineinkommen in das aussätzige Haus — nicht erst nach dem genannten Zeitmaß — unrein; daher bemerkt der Sifro, daß dies nicht der Fall ist, sondern daß auch die überflüssigen Kleidungsstücke erst nach Ablauf dieses Zeit• maßes unrein werden. In dieser triftigen Erläuterung des Sifro ist von selbst die Erklärung für die Partikel את in unserem Verse mitenthalten, indem sie sich in dem geschilderten Sinne auf die überflüssigen Kleider bezieht. — Für die letzte Stelle (4. B. M.) schließlich besitzen wir keine überlieferungsmäßige Deutung, wie mir dies auch Herr Professor Dr. David Hoffmann זצ״ל einmal bestätigte. In solchen Fällen sind wir geneigt, Umschau zu halten, ob eine Maßnahme, die unsere Weisen für die Praxis des Lebens getroffen, in der Stelle ihre Andeutung findet. Denn sicher spiegelt sich in allen Anordnungen unserer Weisen der Geist der Thauroh, und gar manchmal sind sie im Schrifttexte gleichsam mitvorausbestimmt. So scheint es uns, als dürften wir bei unserer Stelle an die in Chagigo, Perek 2, Mischno 7, niedergelegte Bestimmung denken, daß מדי אוכלי קדש מדרס לחטאת. Gemäß dieser Maßnahme mußte derjenige, welcher die Asche der roten Kuh berühren wollte, vorher seine Kleider mit Vorbedacht für diesen Zweck untertauchen. Gleichwohl lehrt das göttliche Gesetz, daß die Kleider und Geräte, die der Mensch während des Einsammelns der Asche berührt, unrein werden. Dies ist nun in der Tat ein merkwürdiges Zusammentreffen, daß nämlich die Kleider durch die gleiche Handlung unrein werden, für welche sie vorher mit Vorbedacht untergetaucht worden waren. Vielleicht aber zielt hierauf der Erweiterungsbegriff der Partikel את hin, indem er uns zeigt, daß nicht nur die Kleider unrein werden, welche der Einsammler der Asche zufällig berührt, sondern