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Nahalat tsevi · 1935-06-01 · Heft 9-10 (Juni 1935) · p. Seite 245

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 9-10 (Juni 1935)
Date
1935-06-01
Page
Seite 245 (sequence 19)
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245 geriet, die innerlich längst mit dem Judentum gebrochen hatten und deren Bestreben es nun war, zu zeigen, daß das Judentum mit der modernen Kultur sich sehr wohl vereinigen lasse, daß zwischen Judentum und Wissenschaft gar kein Gegensatz sei. Zu diesem Zwecke fälschten sie die Wissenschaft des Judentums, und ״die Erde erbebte unter ihnen, denn die Magd trat an die Stelle der Herrin.“ Die Wissenschaft der Umwelt ward Bichterin, und sie entschied, was jüdisch ist und was nicht. Die Wissenschaft des Judentums festigte und stärkte nicht die alten bewährten Mauern des Judentums, sondern sie untergrub die Ehre der Thora und entweihte den heiligen Thron der jüdischen Wahrheiten. Und niemand war da, der ihnen in den Arm fallen konnte, denn sie waren ja die einzigen, die auf diesem Gebiete arbeiteten, u. z. mit Methoden, die sie von den anderen Wissenschaften gelernt hatten, und 80 arbeiteten sie gegen das Judentum in seiner ursprünglichen Form und gegen seine einzigartige, originelle, alte Wissenschaft. Es gelang ihnen im Verlaufe von einigen Jahren, das ganze geistige Gesicht des Judentums zu ändern und auch die religiöse Form des Judentums, denn es glückte ihnen, ihren Ideen in die Zentren des religiös-jüdischen Lebens, in die Bet- und Lehrhäuser, Eingang zu verschaffen. Und das Volk verharrte schweigend und sah ruhig zu, wie diese Männer der glatten Zunge die alten Heiligtümer entweihten, nicht etwa, weil es glaubte, daß diese Männer Thoragroßen wären, sondern weil es sah, daß es Männer der Bildung waren, nach der sich das Volk sehnte, denn es erkannte den Wert der Bildung auf allen Gebieten des praktischen Lebens. Und es geschah das Paradoxe: Weil die große Masse sah, daß diese Männer nichtjüdische Bildung hatten, überließ sie sich ihrer Führung auch in allen jüdischen Fragen. Dies war der Stand der Dinge in Deutschland beim Auftreten von Babbiner Hirsch זצ״ל und seinen Genossen. Das ganze deutsche Volk war gebildet, und die Juden wollten ihrem Wirtsvolke nicht nachstehen, was natürlich in anderen Ländern nicht der Fall war, denn dort waren auch die Nichtjuden nicht gebildet, und die Juden konnten leicht auf weltliche Bildung verzichten, da sie auch darin ihren Wirtsvölkern überlegen waren. Sie erkannten, daß es nötig sei, einen Weg zu finden, auch in dieser so schweren Zeit die Originalität des Judentums zu wahren und seine Unversehrtheit zu retten. Sie zeigten also den wahren ״Geist des Judentums.“ Babbiner Hirsch zeigte das Licht, das die Mizwah erleuchtet und erhellt und sie bedienten sich der Methoden der Gegner des wahren

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