Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 243 (sequence 17)
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das Studium profaner Fächer in unserer Schule gestatten, denn nach Ihrer Ansicht ist die Zeit bereits vorbei, daß die heimgegangenen großen Thorafürsten Rabbiner Hirsch und Rabbiner Hildesheimer s. A. erklärten, daß die Maxime talmud thora im derech erez so zu verstehen sei, daß derech erez das Lernen von profanen Wissenschaften bedeutet. Sie bringen eine Anzahl unserer großen Dezisoren aus den früheren Jahrhunderten, und die Worte des Remo, Schach und Mögen Awrohom. Aus den Meinungsverschiedenheiten, die wir über diesen Punkt in den Schriften unserer Führer finden, können wir sehen, daß seit dem Untergang unserer nationalen Selbständigkeit sich zwei widersprechende Meinungen bei unseren Großen finden. Es gab Thoragrößen, die aus den vier Ellen der Halacha niemals herausgingen und niemals die Schönheit Jefes’ in den Zelten Scherns sehen wollten, sie kannten nur zwei Beschäftigungen: die Sorge für die Existenz oder Lernen. Aber es gab wieder andere Weisen, die sagen, daß es viele Menschen gibt, die sich von den Zeitströmungen beeinflussen lassen, und darum wollten diese Weisen die Verirrten aufsuchen und die Verlorenen wieder zurückholen, indem sie ihnen zeigten, daß auch sie die Thora gelernt und umfassende Kenntnis auf dem Gebiete der profanen Wissenschaften besaßen, daß aber ihre Gottesfurcht das Primäre auch gegenüber dieser Wissenschaft war. Diese Weisen wurden zu den ״Führern der Verirrten“ und mit ״Glauben und Wissen״ zeigten sie das ״Licht Gottes״, und mit dem ״Lebensquell״ und in ״Kämpfen mit Gott“ wurden sie stark, und es gelang ihnen, die ״Ikarim“ zu retten, und ein klares Licht strahlte aus und erleuchtete die Finsternis. Es ist mir kein Zweifel, daß die Ansicht beider Seiten leschem schomajim war, und wer sollte entscheiden, wo die Wahrheit ist, und welchen Weg wir gehen sollen, um unser Volk zu retten. Jeder Einsichtige wird nicht dasjenige kritisieren, was unsere großen Ahnen getan, von welcher Seite sie auch seien. Sie waren groß und ihre Wege höher als die Kürze unseres Begreifens. Darum kann man von den früheren Geschlechtern nichts beweisen; denn ebenso wie wir einen Beweis bringen können, daß die Leuchte unter den Großen, Maimonides, dieselbe Auffassung von Thora im derech erez wie Rabbiner Hirsch gehabt hat, ebenso könnten wir einen Beweis von dessen Gegner für die gegenteilige Ansicht bringen. Im allgemeinen können wir sagen, daß in Spanien, wo unsere Brüder und Väter ein friedliches, sorgenloses Leben führten und etwa zu arabischen Zeiten in besten Beziehungen zu der