Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 240 (sequence 14)
- Belongs to
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140 Eine Parallele? In einem Begrüßungsartikel, welcher der Delegation der Agudas Jisroel gewidmet war, hatte ein palästinensisches Blatt den Gedanken ausgeführt, daß trotz mangelnder staatlicher Ättribute eigentlich dort sich schon eine Art jüdischen Reiches gebildet hätte. Wir möchten uns in diesem Zusammenhänge nicht mit den Folgerungen befassen, die in dem betreffenden Artikel aus dieser Voraussetzung gezogen werden. Allein es wäre schon der Mühe wert, darüber nachzudenken, daß eigentlich schon des öfteren ähnliche Gebilde im Laufe der jüdischen Exilsgeschichte vorhanden waren, als jüngstes, zum Teil noch wirksames die Kehillah in ihrer mehr oder minder ausgedehnten Autonomie. Es ist deshalb folgerichtig, wenn der Kampf um die Geltung der Religion (= Thora) sich zunächst die Kehillah zum Schauplatz erwählen muß. Freilich ist zu sagen, daß in dem Augenblick, in dem über die Kehillah hinaus sich übergeordnete Gebilde entwickeln, auch diese selbstverständlich in die Interessensphäre des für die Religion ringenden Strebens einzubeziehen sind. Hierbei ist es vielleicht eine Frage der Taktik, an welchem Punkte der Widerstand anzusetzen ist. Dies ist der gar nicht ernst genug zu nehmende Gegensatz, der zwischen dem alten Jischuw in Palästina und den Gedankengängen besteht, welche Herr Dr. Isaac Breuer in seinen jüngsten Artikeln darlegt. Dort die Meinung, daß unter allen Umständen zuerst für die religiöse Integrität der Kehillah Sorge getragen werden muß, hier die große Perspektive, daß zunächst einmal das übergeordnete Gebilde zu erobem versucht werden müsse, woraus sich folgende Alternative ergäbe. Entweder es gelingt, den Primat der Thora hier zu erreichen, dann ist genügend Garantie für den religiösen Bestand der Kehillah gegeben, oder die Eroberung des großen Gebildes (Kneses Jisroel) gelingt nicht, dann wäre zu erwarten, daß kampferprobte Menschen im gegebenen Moment sich auf die Kehillah zurückziehen und den Weg gehen, den man in Ungarn unter der Führung des Ksaw Sofer s. A., in Deutschland unter der Führung Samson Raphael Kirschs s. A. gegangen ist. Dieser Gegensatz hat außerdem die bedeutsame geschichtliche Tat- Sache zur Voraussetzung, daß in Palästina eigentlich das übergeordnete Gebilde ins Leben trat, bevor noch dort die Kehillah in unserem Sinne vorhanden war; dieselbe ist, soweit sie vorbanden, im neuen Jischuw überhaupt erst als Schöpfung der