Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 7-8 (März 1935)
- Date
- 1935-03-01
- Page
- Seite 226 (sequence 72)
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2i6 des Chaluziuth, ob es sich ntiin u!m die Araberfrage handelt, den Revisionismus, dias soziale Problem in Palästina oder um das Problem der jüdischen Kultur: Immer ist es ein ernsthaftes Sich-Ahmühen!, ein Wille zu Klarheit, der in! seiner Ehrlichkeit und wahrhaft menschlichen Haltung jeden anspricht, der noch in anderen als in politischen Kategorien zu dienken vermag. Von besonderem Wert scheinen mir jene Ausführungen zu sein, die sich mit den ״Problemen jüdischer Erziehung bei westjüdischer Jugend“ befassen. Da wird1, nach einer eingehenden! Charakteristik des liberalassimilierten Milieus, die Weckung des jüdisch-geschichtlichen Sinnes als erste Forderung erhoben, die Sinngebung des Zeitgeschehens, die nur aus der Beschäftigung mit der Vergangenheit zu folgern ist. Aber nun folgt das Seltsame: Man kann an der Orthodoxie als wenigstens einer Form jüdischen Gemeinschaftslebens nicht stillschweigemd Vorbeigehen, zumal ihr zugestanden wird, daß sie stets die lebendige Beziehung zu den׳ auch von Gerson erkannten wahren und reinen Quellen des Judentums unterhalten hat. Aber ״die große Sehnsucht nach einer Bindung“ (S. 6) drapiert sich lieber mit Begriffen wie ״religiöse Abstinenz“ und ״Askese gegenüber dem Gesetz“, statt offen einzugestehen, daß jedes statische Element die Dynamik der Bewegung, wie sie sich begreift, einengt und begrenzt. Ich kann mir schlechterdings nichts darunter vorstellen, wenn man (S. 63) schreibt, man könne keine Brochoh machen, solange ,man sie noch nicht lebensmäßig erfuhr. Und ebenso bleibt dunkel ein Satz,wie der: ״Die von uns ״Geschichtsbejahung“ genannte Haltung empfindet zwar auch die Notwendigkeit der Konfrontation ihrer -eigenen heutigen Ergebnisse und Anschauungen mit der Tradition, aber die Gültigikeit der Tradition ist dabei nicht allgemein vorwegzunehmein, sondern ,muß sich je und je bewähren und erweisen“ (S. 33). Derartige Sätze ließen sich beliebig vermehren. Sie tun jedoch, trotz ihrer Unbestimmbarkeit und Vieldeutigkeit, dem Wert des Buches keinen Abbruch. Man möchte wünschen, daß auch die anderen Jugendbünde mit gleicher Ehrlichkeit und auf solchem Niveau ihre jüngste Entwicklung zur Darstellung bringen. Es erweist sich aus dieser Veröffentlichung erneut, welch ungeheure Arbeit die Jugendbünde an der Erziehung jüdischer Menschen geleistet haben. A. Chronik In der jüdischen Presse wurde als eine groteske Blüte der Rambam - Feiern ein zu Ehren von Maimonides veranstalteter — Stierkampf — registriert. Wenn man davon ausgeht, daß im Grunde genommen vom Spanier nicht so sehr Maimoarides als eine religiöse Persönlichkeit, sondern als berühmter Sohn der iberischen Halbinsel gefeiert wird, läßt sich für diese Entgleisung noch immer mehr Verständnis auf bringen als dafür, daß die Berliner Jüdische Gemeinde es vermocht hat, nicht nur den Rambam doppelt zu feiern, nämlich einmal in orthodoxer Be-