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Nahalat tsevi · 1935-03-01 · Heft 7-8 (März 1935) · p. Seite 223

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 7-8 (März 1935)
Date
1935-03-01
Page
Seite 223 (sequence 69)
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223 Bücherfchau דברי שלמה agadischer Teil חכמה ומוסר, Belehrung und Mahnung. Aus nachgelassenen Schriften von Rabbiner Dr. Salomon Breuer זצ״ל. Dritter Teil. Leviticus. Verlag Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft, Frankfurt am Main. Druckerei Hermon ebenda, 101 S. Da geht ein Suchen durch die Welt. Nach neuen! Wegen forscht man, Unerhörtes wird erwartet, das dem Wandel der Zeiten gerecht wird. Da mutet es wie ein Wunder an, wenn man in den Gedankengängen eines Mannes, der lange vor dem Beginn der ״neuen Zeit“ dahingegangen ist, Worte, Anregungen, fast prophetische Ahnungen findet, die so vieles uns auch heute zu sagen haben. — Wer war ein treuerer Jünger von Rabbiner Samson Raphael Hirsch דל als sein Schwiegersohn דל, der Verfasser dieser Reden. Gerade darum erschüttert es einen, wenn ein solcher Mann es keusch und doch so klar ausspricht, daß selbst dem Werke eines solchen Heros* gegenüber seinen Epigonen noch etwas zu tun, etwas Schöpferisches, fortbildend Schöpferisches zu leisten ist. In seiner Vornehmheit hat der Verfasser es unmittelbar nach seinem Antritt des Rabbinates der Adas Jeschurun bekannt und bekundet, er wolle Sorge tragen, daß dem למוד התורה כעיון dem intensiven Thorastudium wieder die Stätte erstehe. Wie er sein Wort eingelöst, wie er dieses Vorhaben zur Ausführung gebracht hat, das lehrt die Geschichte dieser Gemeinde, das lehrt die blühende Jeschiwa in Frankfurt am Main. Seltsam. In seinem ersten Wort (zu פ, שמיני ) kennzeichnet er das Verhältnis zu seinem großen Vorgänger in dem Bilde von Moses und Josua. Es entspricht, dieses Bild. Wie Moses mußte Rabbiner Hirsch דל erst wieder einmal eine Generation aus den Tiefen des Abfalls emporrufen, emporziehen; er selbst konnte nicht an der Spitze seines Volkes in das heilige Land ziehen. Seinen Traum, seine Sehnsucht, aus klarster Erkenntnis der Notwendigkeit geborene Sehnsucht, die eigentlich schon mit dem Hingang des Baal Haphloo דל und des Rabbi Nathan! Adler דל abgerissenen Fäden wieder anzuknüpfen, das blieb seinem Nachfolger Vorbehalten. Es leben ja noch viele, gottlob, welche seine Predigt zum Sabbat Haggadol gehört haben (es wäre übrigens geschichtlich dankenswert, wenn die Herausgeber uns auch mitteil en würden, in weichein Jahre die jeweilige Rede gehalten wurde). Erinnern sich diese Zuhörer der Worte: ״Und die Abgefallenen und die Entfremdeten, sie werden es früher oder später bitter erfahren, wie wenig ihnen׳ der Abfall von Gott und seiner Thora genützt hat, daß es erbärmliche Scheinwerte waren, die sie gtgen die einzig wahren Lebenswerte der Thora eingetauscht haben. Diese bittere Erkenntnis wird nicht ausbleiben.“ Doch was hat man damals dazu gesagt? Hat man es geglaubt, oder teilte nicht der Redner das Schicksal Jeremias mit seinen Prophezeiungen? Er wollte — wir glauben, bewußt — die ihm anvertrauten Seelen für eine solche Zeit erziehen. Wenigstens verstehen wir seine Aeußerungen zu אמור in diesem Sinne. Er wußte, daß in solch bangen Tagen nur allzuleicht die hehrsten Begriffe und Forderungen verdunkelt werden.

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