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Nahalat tsevi · 1935-03-01 · Heft 7-8 (März 1935) · p. Seite 213

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 7-8 (März 1935)
Date
1935-03-01
Page
Seite 213 (sequence 59)
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213 Anmerkung: Diese Ausführungen richten sich gegen jede Auffassung, die das Pschat-Drasch-Problem auf Grund des Entwicklungsgedankens lösen wollen. Der Pschat gelte für den Sinai, der Drasch für Sura. Anstatt hier ein Nacheinander der Geltung anzunehmen, halten wir das systematische Nebeneinander von Sinn und Erfüllung für zutreffend. Vorstehender verdienstvoller Arbeit haben wir in unserer Zeitschritt Aufnahme ,gewährt, auch wenn wir mit einem Teil der Ausfuhr rungen uns nicht einverstanden erklären können. Wir bemerken hierzu folgendes: Die große Aufgabe der Midrasch־Weisen war es, Text und Mizwoh zu deuten, an uns liegt es, dem Tiefsirm ihrer Deutung nachzuspüren, und wenn uns dies nicht gelingt, haben wir immerhin noch nicht das Recht zu behaupten, daß dies an den Midrasch-Weisen oder etwa darin liege, daß sie die Thora im Zusammenhang nicht betrachtet hätten1. Es ist selbstverständlich, daß bei der Erfassung der Grundbegriffe des Judentums Hirsch gleichfalls die Gesamtheit der in Betracht kommenden halachischen und agadischen Quellen vor Augen stand. Die Behauptung, daß Hirsch dem metaphysischen Sinn des Schabbos nicht gerecht geworden sei und wahrscheinlich auch! anderer Mizwoth, kann von einem genauen Kenner seiner Werke und des Zieles seiner Farschling nicht aufrechterhalten werden. Es kam Rabbiner Hirsch überall darauf an, dar zuleg ein, was Thora und deren Mizwoth uns zu sagen gewillt sind und welche Forderungen für unser Leben daraus erwachsen. Metar physische Spekulationen sind für das Leben unfruchtbar. Die Kritik von Hirschs Deutung von Boßor becholow ist unberechtigt. Bei aufmerksamer Lektüre des Kommentars zu Exodus, 23, IQ, ergibt sich ohne weiteres, daß es unzutreffend ist, wenn Verfasser behauptet, Hirsch orientiere sich an׳ dem Ausdruck ״Kochen“, obwohl die Halacha Kochen und Essen gleich beurteilt. Was Verfasser im letzten Teil seiner Abhandlung für die Existenzberechtigung des halachafemen Pschat vorbringt, ist in keiner Weise einleuchtend. Je einheitlicher uns Thora und Talmud dastehen müssen, desto mehr muß uns bewußt sein, daß die mündliche Thora-Offenbarung die primäre ist und der schriftliche Thora-Text nur deren Niederschlag. Die Thora ist nicht nur ״konzentrierter Niederschlag des Gesamtsinns des göttlichen Judentums“, sondern des göttlichen Judentums überhaupt. Bei Außerachtlassung des Gesamtinhalts der mündlichen Thora-Offenbarung läuft der Forscher Gefahr, auch den Gesamtsinn des Judentums, der sich in den Mizwoth vor allem offenbart, zu verkennen. Die Einheit der agadischen und halachischen Teile des Pentateuchs war Hirsch eine Selbstverständlichkeit für die Erfassung von Sinn und Gesamtinhalt des Judentums. Es ist nicht richtig, daß Hirsch an! die agadische Deutung mit anderen Maßstäben herangetreten sei als an die Erfassung und Deutung der halachischen Teile. Die Methode, nach der er jüdische Weltahschauung und die Grundwerte des Judentums zu erfassen suchte, war die gleiche, mit der er m die Deutung der Mizwoth herantrat. War

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