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Nahalat tsevi · 1935-03-01 · Heft 7-8 (März 1935) · p. Seite 212

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 7-8 (März 1935)
Date
1935-03-01
Page
Seite 212 (sequence 58)
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21 i dringen. Aber wo haben wir die exakte Quelle, aus der die Thesen zu gewinnen sind, wie die Halachah von Hirsch zur Basis gemacht wurde? Wir spürten Hirschs Methode auch auf diesem Teil der philosophischen Aggadah nach und sahen, daß er sich vielfach und grundsätzlich vom Tenach leiten ließ, aber, wo hier die Halachah begann, abbrach. Auch sonst war ihm Tenach nicht gleicher Maßstab wie die Halachah auf dem andern Gebiet der Aggadah. Indem wir Tenach zur methodischen Grundlage nehmen wollten, mußten wir erst seine Einheit erkennen; haben wir diese gewonnen, so sind wir zu einer Basis gelangt. Tenach als dynamischer Niederschlag des Sinnes der Gesamtthora muß die Werte der Thora enthalten. Suchen wir in ernster, selbstkritischer Gründlichkeit Tenach als Weg der Erneuerung. Das gegenseitige Verhältnis von Tenach und Talmud kann auch nicht mehr fraglich sein; denn auch die Halachah entspringt dem Sinn der Thora. Sie kann jedoch für die Aggadah nur indirekte Quelle sein, die auf ihr bauende Aggadah ist, wie Hirsch ausdrücklich sagt, Hypothese, während Tenach im Sinn der Mizwah auch ihre Begründung darstellt, also direkte Quelle ist. Die Quellen-Interpretation ist, auch bei klarer Methode, von Subjektivismus nicht vollkommen frei, solange der Interpret ein Mensch ist. Hier kann die Halachah kritisch eingreifen, sie kann ausbessem; aber der Aufbau ist Aufgabe des Tenach. Wie sich auf Tenach basierte weltanschauliche Aggadah von Hirsch unterscheidet, darf nicht vorweggenommen werden. 29) Denn wir wollen 1ms von Tenach die Weltanschauung lehren lassen, nicht aber unsere dort hineinlegen. Tenach und Talmud gehen auf das Sinaigeschehen zurück. Ein Gott hat sie beide gegeben, sie uns zur Obhut übertragen und Jahrtausende uns durch sie und sie durch uns hindurchgetragen. Die natürliche Form des Tenach hat ihren Sinn; denn Thora und Natürlichkeit entstammen beide dem Willen des Schöpfers. Wer nicht auf dem Boden des Einheitsgedankens beider Thorateile steht, kann auch die Thora nicht erfassen. Das thoratreue Judentum muß zeigen, daß das Judentum des Tenach und der Rabbinen ein- und dasselbe ist. Pschatlernen, ernst und tief durchgeführt, führt nicht zum Karaismus, sondern der Karaismus aller Zeiten hat sich den Weg zum wirklichen Tenachbegreifen verbaut. 29) Vermutungen, treten im obigen zuweilen hervor.

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