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Nahalat tsevi · 1935-03-01 · Heft 7-8 (März 1935) · p. Seite 210

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 7-8 (März 1935)
Date
1935-03-01
Page
Seite 210 (sequence 56)
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iiö Aber der Sinn einer Mizwah und ihre Begründung sind nicht identisch. Die Thora ist eine in sich geschlossene Einheit. Sie ist nicht berufen, Handbuch der Praxis zu sein, aber ihr kommt eine bestimmte Aufgabe zu. Sie wählt für ihre Dar־ Stellung aus der Gesamtthora (mit Einschluß der mündlichen Thora) nach dem Gesichtspunkt dieser Aufgabe aus. Sie stellt die Teile der Gesamtthora dar, die notwendige Bestandteile ge־ rade ihres Baues sind. Die Einzelbestimmungen, die sie auf genommen hat, sind daher für das Gesamtbild der Thora bedeutsam. Gesetze, die, wie Schabbos und Opferlehre oft und aus־ führlich, und dennoch nicht erschöpfend, dargestellt werden, sind hierdurch als für den Gesamtsinn, kennzeichnend hervor־ gehoben. Die Thora ist der konzentrierte Niederschlag des Gesamt sinnes des geoffenbarten J u ־ d ent ums. Ein Niederschlag des Sinnes, ein geformter Sinn ist nicht eine Charakteristik. Eine Charakteristik muß als ein logisches Unternehmen systematisch verfahren. Der Sinn einer geistigen Einheit ist jedoch logisch nie auszuschöpfen. Eine logische Dar- Stellung orientiert sich in erster Linie am Leser, dem etwas gesagt werden soll. Die Form der Darstellung regelt sich nach dem Prinzip möglichst großer Prägnanz. Die Thora orientiert sich am Inhalt, der in die Form der Sprache eingehen soll. Dieses Gewand der Sprache schmiegt sich dem zu bekleidenden Körper in genauer Entsprechung an. Der Sinn der Thora ist eine dynamische Größe; sein Niederschlag darf wohl in ein systematisches, also statisches Gewand umgegossen werden, ist aber selbst nie als systematische Darstellung anzuschauen. Um etwa die Bedeutsamkeit der Fürstenspenden27) zum Ausdruck zu bringen, genügt es logisch, wenn diese Bedeutsamkeit in einem Satze ausgesprochen wird; damit wäre es uns bereits mitgeteilt. Hingegen war der Thora jede einzelne dieser Spenden von höchstem Wert, so daß jede in das Sprachgewand der Thora eingehen sollte.28) Das gleiche gilt für die ausführlich beschriebenen Mizwoth. Hier kann es gewiß nicht darauf ankommen, uns von den Vorschriften Mitteilung zu machen, da die relative Ausführlichkeit für die Praxis noch vollkommen unzureichend ist. Vielmehr ist auch hier jede Einzelvorschrift so wesentlich ein Bestandteil des Gesamtsinnes der Thora, daß sie im Thora- 27) Bam. 7. 28) S. auch Raschi Ber. 42, 24.

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