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Nahalat tsevi · 1935-03-01 · Heft 7-8 (März 1935) · p. Seite 206

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 7-8 (März 1935)
Date
1935-03-01
Page
Seite 206 (sequence 52)
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206 und überhaupt des Tenach gewonnen, die Begründungen der Gebote in erster Linie aus der Halachah, dann aus den haggadisehen Aeußerungen der Thora, der talmudisch-midraschischen Haggadah und auch aus der Formulierung der Mizwah selbst.10) Zumeist nehmen hierbei die halachischen Bestimmungen den Vorrang ein, und deren Vernachlässigung ist der Haupteinwand gegen den Moreh. Es kommt Hirsch darauf an, die Deutung an der ״Totalität64 des Gesetzes zu prüfen. Wenngleich hierbei die Formulierung des Gebotes oder Verbotes in der Thora selbst meist mit herangezogen wird, so wird dieser Formulierung kein höherer Wert für die Ausdeutung zuerkannt als den anderen Instanzen. Darüber hinaus wird der Text des Gesetzes in erster Linie als Quelle der Halachah betrachtet, als ״Grundnorm66.11) Vor allem ist hier die bekannte Stelle im Pentateuch-Kommentar12) zu erwähnen, wonach sich der Text des Gesetzes zur talmudisch-halachischen Bestimmung verhält, ״wie die kurzen Diktäte nach einer vollständig mündlich vorgetragenen Disziplin einer Wissenschaft sich zu dem mündlich Vorgetragenen verhalten.66 Demnach sieht Hirsch im Text der Gesetze in erster Linie die Quelle für die Mizwah und ihre Einzeldinim. Die Gesamtanlage des Pentateuchkommentars basiert auf dieser Ansicht, daß der gesetzliche Teil des Pentateuchs vornehmlich die Dinim zum Inhalt hat. Dies hat seinerseits eine bestimmte Ein- Stellung zu dem Problem פשט ודרש zur Voraussetzung.13) Der Drasch ist der Pschat. Der Drasch kann durch tieferes Eindringen in den Text gewonnen werden, ist daher im Text enthalten, wenngleich der oberflächliche Pschat, der oft mit der natürlichen Exegese zusammenfällt, zu andrer Auffassung führen würde.14) Hoffmann15) wendet sich in scharfen Worten gegen jede andre Erklärungsmethode der betreffenden Teile der Thora. Während bei Hoffmann offensichtlich der maßgebliche Grund für seine Einstellung darin besteht, daß zwischen den beiden Teilen der Offenbarung kein Widerspruch bestehen darf, mag Hirsch noch aus anderem Grunde diese Auffassung angenommen haben. Es kommt ihm ja gerade darauf an, die Tiefe des Gotteswortes zu zeigen und im Gegensatz zur Reform, die 10) S. Aufs, über Tefilin: Ges. Sehr. Bd. III. n) 18. Brief. 12) Kap. 21, 2; ähnlich: Ges. Sehr. Bd. V, S. 352. 13) Unabhängig hiervon ist diie Frage Drasch und Tradition. 14) Auch Malbim, Hoffmann u. a. teilen diese Ansicht. 15) Leviticus S. 1.

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