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Nahalat tsevi · 1935-03-01 · Heft 7-8 (März 1935) · p. Seite 204

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 7-8 (März 1935)
Date
1935-03-01
Page
Seite 204 (sequence 50)
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starke Betonung erfährt. Auch die wesentlich ethische Deutung, die der Begriff des Gebetes bei Hirsch erhält,8) wäre nicht er־ folgt, wenn dieser Teil der Aggadah eine systematische Behandlung gefunden hätte. Es sei noch der Begriff der ״Keduschoh“ erwähnt, der doch keinen ausschließlich formal־ethischen Sinn hat, wie es bei Hirsch den Anschein hat.9) Auch der Halachah-Deutung mußte die Vernachlässigung des andern Ge־ bietes der philosophischen Haggadah nachteilig werden,. Die Heiligung des Schabbath hat hier erzieherischen und demonstrativen Sinn. Der rein metaphysische Grundsinn des Schabbath, der durch das Beiwort ״Kodesch“ so oft bezeichnet wird, mußte Hirschs Deutung verloren gehen, weil der metaphysische Gehalt der Keduschah selbst nicht genügend hervortritt. Die etwas künstliche Gruppierung des Verbotes, Fleisch und Milch durch Kochen zu vermischen, unter die Lemino־Kategorie ist eine Folge der nicht genügenden Beachtung des natürlichen Zusammenhangs von Mutter und Kind in seiner Ausdeutung im Tenach. Andrerseits hat die starke Neigung zu begrifflicher Analyse — in diesem Fall des Mutterbegriffs — die Unnatür־ lichkeit der Deutung dem Denkenden verdeckt. Hirsch hat zur Feststellung des haggadischen Sinnes eines Begriffes nicht den natürlichen Sinn herangezogen, sondern den begrifflichen. Mut־ tertum wurde nicht auf das natürliche Muttergefühl hin untersucht, sondern auf seine biologische Bedeutung. Solche logische Behandlung der Begriffe ist auch die Grundlage seines etymolo־ gischen Systems und auch der Bemühungen, die Bestimmungen der mündlichen Lehre im Text der schriftlichen Lehre wiederzufinden. Diese Eigenart der Hirschischen Denkungsart ist viel־ leicht, abgesehen von der Eigenart seiner Zeit, noch auf eine besondere Tendenz von Hirschs gesamter Lebensarbeit zurück־ zuführen. Diese Tendenz wird im 19. Brief deutlich Umrissen. Es gilt, den praktischen Bestrebungen der Reform entgegen־ zutreten. Daher soll zunächst der Sinn der Mizwoth dargestellt werden. ״Morijah“, das die Grundwerte behandeln sollte, ist ja leider nie erschienen. Zweck dieser Deutung der Mizwoth ist es aber, ihre Ewigkeitsgeltung zu erweisen. Diesen Gedanken hat Hirsch mit bisher einzigartiger Konsequenz durchgeführt, auch seine Nachfahren sind hinter ihm hierin zurückgeblieben. Die 8) Brief 14. 9) Schemoth 15,11.

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