Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 7-8 (März 1935)
- Date
- 1935-03-01
- Page
- Seite 201 (sequence 47)
- Belongs to
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fcen nicht überschritten werden, ohne die Heimat, die Thora, zugleich zu verlassen. Es gibt einen gewissen Maßstab für den Wert einer haggadischen Deutung: ihre Uebereinstimmung mit der halachischen und überhalachischen Wirklichkeit der Thora, Wenngleich etwa bei der hebräischen Sprache in Bezug auf die Grade der Bewertung Meinungsverschiedenheiten möglich sind, so gibt es doch Mittel, zu einer Entscheidung zu gelangen; außerdem genügt die Klarheit der Tendenz, die eine völlige Umkehr der Bewertungen nicht zuläßt. In dieser Hinsicht sind Aufgabe und letzter Gehalt der Haggadah bestimmt. Sie hat sich wie ein Ring zu erweisen, der sich eng an die Thora anschließt. Zeitgebunden ist jedoch die Methode der Begründung selbst. Jede neue Methode wird sowohl neue Probleme aufzeigen als auch den alten neue Lösungen geben, wie auch manche Probleme Früherer fallen lassen. Abgesehen von der Kabbalah haben sich bisher vornehmlich zwei große aggadische Methoden gezeigt: die des Midrasch und die der Religionsphilosophie. Der Midrasch begründet und deutet die Teile dort, wo er ihnen gewissermaßen zufällig begegnet, er geht also vom zu begründenden Stoff aus, der nicht im Zusammenhang betrachtet wird. Obwohl diese Methode logisch Schwächen hat, ist ihre Bevorzugung gegenüber der systematischen Methode durch den Drusch verständlich. Die Midrasch-Methode ist freier und nicht an die zufällige logische oder philosophische Position der jeweiligen Haggadisten gebunden. Hingegen macht die philosophierende Haggadah von vornherein die Voraussetzung, daß Mizwoth und Jesode Hathora in ein System eingebaut werden können. Sie geht vom großen Ueberblick über die Gesamtthora aus, der aber selbst, auch schon vor der philosophischen Vertiefung, in seinem Aufbau vom Philosophen abhängig ist. Für den philosophisch geschulten Denker wird diese Methode dennoch zu be- Vorzügen sein. Ihr kommt vielleicht noch der Vorteil zu, daß sie die Ausdeutung des Textes des Tenach nach systematischer Methode durchführen kann, während der Midrasch die einzelne Stelle mit Hilfe des aggadischen Drasch möglichst vieles besagen lassen muß. Die Gefahr der Willkür ist hier vielleicht häufiger vorhanden, allerdings auch nur von geringer Tragweite. II. Hirschs Aggadah ist philosophische Aggadah. Denn er tritt