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Nahalat tsevi · 1935-03-01 · Heft 7-8 (März 1935) · p. Seite 162

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
V (5695) 1934/35
Issue
Heft 7-8 (März 1935)
Date
1935-03-01
Page
Seite 162 (sequence 8)
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162 Ordnung der Thora zugeführt werden; die aufs Tiefste von all dem unsäglich Traurigen erschüttert sind, das über den Heiligen Boden hereingebrochen ist, aus der Erschütterung aber den Zwang zur rettenden Tat herleiten; die in den Gesetzesübertretern nicht insgesamt Ausbünde der Bosheit und des Lasters sehen, vielmehr, bei aller objektiven Verwerfung, Verständnis für menschliches Irren, für menschliches Irregeleitetsein, sowie Vertrauen in menschliche Besserungsfähigkeit, Vertrauen auch in die menschenbezwingende Macht der Thora haben, wenn ihr Licht von reinen Händen entzündet und von reinen Händen vorangetragen wird. Auch sind die folgenden Zeilen nur für solche Gesetzes- Übertreter geschrieben, die nicht jeden geschichtlichen Sinns entbehren; die sich immerhin einigen verständnisvollen Respekt für unsere große, fast bis zur Schwelle der Gegenwart reichende Vergangenheit bewahrt haben, da die Thora ihren Vätern wie den unseren das Leben ihres Lebens bedeutete; die der Thora immerhin den Wert zuerkennen, daß sie unser Volk durch die Jahrhunderte des Galuth gerettet und seinen ganzen geistigen und seelischen Habitus dermaßen nachhaltig gestaltet und geformt hat, daß sie nicht ohne Untergangsgefahr kurzerhand und gänzlieh aus unserem heutigen Volksdasein gestrichen werden kann; daß alle wirkliche und echte Geistigkeit im jüdischen Volk irgendwie an sie anzuknüpfen hat und mit ihr sich auseinandersetzen muß. Trifft meine Hoffnung nicht zu, daß es hüben und drüben hinreichend Menschen gibt, bei denen die obigen Voraussetzungen vorhanden sind, so war meine Mühe vergebens. IV. Allzuviel Krankheiten der Golah haben wir ins Heilige Land getragen. Jedoch eine bis jetzt noch nicht: die Reform. Der Wahn der deutsch-jüdischen Väter der Reform, man könne, gewissermaßen über Nacht, die Thora in eine ״Religion“ westeuropäischen Charakters umwandeln, hat einstweilen die Schwelle des Heiligen Landes nicht überschritten: Wo immer im Heiligen Lande gebetet wird, geschieht dies in den Ausdrucksformen, die die Weisen unseres Volkes geprägt haben. Wann immer im Hei- Iigen Lande Ehen jüdisch geschlossen und jüdisch getrennt werden, geschieht dies nach dem Gesetz Mosis und Israels. Keine Orgel ertönt im Heiligen Lande. Kein liberaler Geistlicher waltet im Heiligen Lande seines Amts. Noch ist der jüdische Nationalismus, der sozialistische wie der revisionistische, nicht zur Reli-

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