Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- V (5695) 1934/35
- Issue
- Heft 7-8 (März 1935)
- Date
- 1935-03-01
- Page
- Seite 161 (sequence 7)
- Belongs to
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161 dem Willen des Gesetzgebers! — eine vollendete Unmöglichkeit ist, daß im besonderen von ihm keinerlei religiöse Initiative ausgehen kann, vielmehr Kenesseth Jißrael als Religionsgemeinschaft im Zustand kläglicher Versandung sich befindet, versteht sich ganz von selbst. Die unteren Verwaltungsorgane der Kenesseth Jißrael haben religiösen, die oberen nationalistischen Charakter; statt aber sich darum zu bemühen, in geschichtlicher Varausschau aus diesen beiden, nun einmal vorhandenen, völlig auseinanderklaffenden Gegensätzen eine Art von Symbiose zu schaffen, die sie beide zu engem und andauerndem Zusammenleben zwingt, aber den beiderseitigen Lebensbetrieb nicht nur wahrt, sondern fördert und anregt, hat man sich in reichlich geistloser Weise darauf beschränkt, sie gewissermaßen zu einem wechselseitigen Schmarotzertum zu veranlassen, bei dem der eine Teil sich von den Kräften des anderen Teiles nährt, zwar ohne ihn dadurch zu töten, nicht jedoch ohne ihn hierdurch aufs Empfindlichste zu schwächen. Gottesstaat oder Volksstaat: das sind die beiden Lebensformen, die heute im Heiligen Lande um ihr Entstehen ringen. Und um den Volksstaat wiederum ringen Histhadruth und Revisionismus mit einander. Der Lösungsversuch des Schmarotzertums hat völlig versagt. Es hat weder die religiösen Kräfte zu wecken und in sich wirklich aufzunehmen vermocht, noch auch selbst nur einen widerstandsfähigen Reifen um die beiden volksstaatlichen Zielsetzungen geschlungen, der ihr gänzliches Auseinanderfallen ernstlich verhindern könnte. Bleibt übrig der Lösungsversuch der Symbiose. Er soll hier gekennzeichnet werden. III. Die folgenden Zeilen sind nur für solche Söhne der Golah geschrieben, die sich von der Geistesträgheit endgültig befreit haben, das Heilige Land einfach nach den Maßstäben ihrer trauten Heimatgewohnheiten und Heimatverhältnisse zu messen; die sich der Mühe unterzogen haben, über den geschichtlichen Sinn des unsäglich Neuen nachzudenken, das sich im Heiligen Lande der Gegenwart vollzieht; die völlig davon durchdrungen sind, daß es im Heiligen Lande der Gegenwart noch gar nichts Endgültiges, Erstarrtes gibt, alles bisherige vielmehr nur als Anfang begriffen werden muß und die Dinge sich noch durchaus im Fluß befinden; die sich persönlich unmittelbar dafür verantwortlich fühlen, daß die anarchischen Zustände im Heiligen Lande allmählich der